Die Fische von Carl Theodor von Siebold (1804-1855)

Die Fische von Carl Theodor von Siebold (1804-1855)

Sektion Ichthyologie - Collections

Das Material von SIEBOLD stammt hauptsächlich aus Deutschland, mit einem besonderen Schwerpunkt auf bayerischen Süßwasserfischen sowie Fischen aus den Voralpinen Seen in Bayern. SIEBOLD begann mit seinen Aufsammlungen am 3.Mai 1854, und erläutert in seinem Buch „Süßwasserfische Mitteleuropas“ (1863) genau, wo er die Fische die er für seine Untersuchungen verwendet hat gefangen oder gekauft hat (SIEBOLD, 1863: 5). Aus der Donau erhielt er belegtiere von folgenden Fischmärkten: “Ulm, Regensburg, Passau, Linz und Wien”. Seine Hauptquelle war jedoch der Münchener Fischmarkt, wo er “Bodensee-Fische, Teichfische aus Mittelfranken, Schwaben von der Oberpfalz und von Böhmen, Lachsarten vom Niederrhein und der Elbe gekauft hat.

Weitere Fische aus deutschen Flüssen kaufte er:

– aus dem Rhein: Basel, Freiburg, Strassburg, Speyer, Mainz, Heidelberg, Mannheim, Nürnberg, Bamberg, Würzburg und Frankfurt (Main).

– aus der Weser: Meinigen, Eisenach, Kassel, Münden und Göttingen.

– aus der Elbe: Prag, Dresden, Magdeburg, Hamburg, Wunsiedel, Leipzig, Hof, Naumburg, Halle und Berlin.

– aus der Oder: Breslau, Stettin and Swinemünde.

– aus der Weichsel: Danzig [Gdansk], Elbing [ Elblag] und Thorn [ Toruń].

– aus dem Pregel: Königsberg [Kaliningrad] und Heilsberg [ Lidzbark Warminski].

– aus dem Bodensee: Lindau, Bregenz, Konstanz, Überlingen und Langenargen.

Weiteres Material aus dem ehemaligen Ostpreussen kaufte er aus den Flüssen Memel, Russ und Tilsit [Sowetsk], dem Kurischen Haff und Frischen Haff bei Braunsberg [ Braniewo], Frauenberg [ Frombork] und Tolkemit [Tolkmicko].

Siebold kaufte weiterhin Fische aus dem Genfersee in der Schweiz und aus Italien Belegtiere aus der Etsch bei Brixen, Botzen, Meran and Mals.

Darüber hinaus erhielt er Material von folgenden Personen: Pirona, Udine; Jan, Milano; De Filippi, Turin (alle Italien); Coinde, Lyon; Gervais, Montpellier (beide Frankreich).

In einer Fußnote auf Seite IV 1) im Vorwort seines Buches erwähnt er, dass “Sämmtliche von mir gesammelten oder durch Schenkung an mich gelangten Süsswasserfische … in dem hiesigen zoologischen Cabinete des Staates aufbewahrt [werden]. … München, den 20ten Juni 1863”

Wenige dieser Fische sind heute noch in der Sammlung vorhanden, meist jedoch ohne die zugehörigen Sammlungsdaten; der Großteil der von SIEBOLD gesammelten Fische wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nur zwei Exponate lassen sich eindeutig identifizieren: ZSM 2 (1), Abramidopsis leukartii, Danau bei Regensburg, v. Siebold und ZSM 302 (1), Platessa flesus, Helgoland, v. Siebold. Zwei weitere Exponate wurden in der ZPLMU-Sammlung wiederentdeckt: ZSM 30549 (1) ex ZPLMU 1768, Spinachia spinachia, Kieler Bucht, Ostsee, v. Siebold und ZSM 30610 (1) ex ZPLMU 1662, Blicca bjoerkna, Chiemsee.

Literatur

Siebold, C. T. E. von. 1863. Die Süsswasserfische Mitteleuropas. Wilhelm Engelmann, Leipzig.