Mollusca

Mollusca

Die Sektion Mollusca versucht eine der größten Molluskensammlungen Europas auszubauen, wissenschaftlich zu erschließen und mit einem breiten Spektrum moderner Methoden systematische Forschung zu betreiben.

Janolus rebeccae SCHRÖDL, 1996 (Gastropoda: Nudibranchia)

Highlights der Sektion Mollusca

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Die Molluskensammlung

beherbergt geschätzte 400,000 Proben mit etwa 2 Millionen Einzelstücken, die weltweit während der letzten 200 Jahre gesammelt wurden. Das Gros der Proben besteht aus Schnecken- und Muschelschalen, die u.a. als Referenzstücke zur sicheren Artbestimmung dienen. In der schnell anwachsenden „Naßsammlung“ werden ganze Tiere in Alkohol gelagert. Die so dauerhaft konservierten Weichkörper dienen einer Vielzahl möglicher, z.B. anatomischer oder molekularer Studien. Die Lagerungs- und Erhaltungsbedingungen des Materials im vollklimatisierten Magazin sind exzellent.

Der Erfassungsgrad

der verschiedenen Sammlungsteile ist heterogen. Insgesamt sind wohl etwa 50.000 Molluskenarten aller Teilgruppen vorhanden, dies entspricht grob der Hälfte aller weltweit bekannten Arten. Im Rahmen des GBIF-D Projektes „MOlluscan TYpes of MUnich, HAmburg and CIsmar“ wurde erstmals die gesamte Sammlung nach Typenmaterial durchsucht. Es wurden namensgebende Typen von über 580 Arten dokumentiert und detaillierte Daten inklusive Mediendateien via SYSTAX (Evertebrata II) online abrufbar gemacht. Die Erfassung der Sekundärtypen (ca. 1000 Arten) läuft derzeit. Ebenfalls wurde mit der Publikation einer Serie von Typenkatalogen begonnen (siehe Publikationen von Michael Schrödl).

Ab 1996 wurden die Daten aller Neuzugänge elektronisch erfasst. Zusätzlich wurde bislang das gesamte historische Material der Solenogastres, Caudofoveata, Polyplacophora, Monoplacophora, Scaphopoda, Patellogastropoda und Vetigastropoda in Datenbanken katalogisiert. Momentan umfasst der Sammlungskatalog (SPECIFY) über 35.000 Datensätze. Objektdaten können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden (bitte wenden Sie sich an Enrico Schwabe.

Systematische und geographische Schwerpunkte

waren und sind v.a. palaearktische Lungenschnecken und Süßwassermuscheln. Enorme Zahlen von Schalenserien dokumentieren die Diversität und Verbreitungen der Arten (Pulmonatenliste) und damit auch die Umweltbedingungen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

In Kontrast zu anderen deutschen Forschungssammlungen konzentriert sich unser aktuelles Interesse auf alle Arten mariner Mollusken. Zugänge von Privatsammlungen (z.B. Mühlhäusser, Roll) ergänzen die Schalensammlung substantiell. Eigene Aufsammlungen und Expeditionen dienen zum nachdrücklichen Ausbau der Weichkörpersammlung. Die Spezialsammlungen antarktischer (Mikro)Mollusken, weltweiter Polyplacophora und mariner Hinterkiemerschnecken sind das Produkt und die Basis aktueller Forschungstätigkeit an der Sektion. Die internationale Bedeutung dieser Sammlungen erwächst aus ihrem Umfang und besonders aus der Qualität des bestens dokumentierten und für spezielle Zwecke (z.B. histologischen, ultrastrukturellen oder molekularen Studien) fixierten Materials.