Panguana
Die biologische Forschungsstation der Zoologischen Staatssammlung München
Artenvielfalt - ein Hotspot der Diversität
Die Biodiversität ist in Panguana außergewöhnlich groß. So sind auf den 2 km² allein 500 Baumarten festgestellt, zusätzlich etwa 15 verschiedene Palmen, und über 600 Wirbeltierarten gezählt worden, darunter 353 Vogel- und 111 Säugetierarten. Die Fische sind noch kaum untersucht und mit 35 Arten nur provisorisch erfasst. Andreas Schlüter vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart fand 70 verschiedene Amphibien, dazu kommen ebenso viele Reptilien. Juliane Diller registrierte 52 Fledermausarten. Zum Vergleich: Im großen Europa gibt es nur 27 Fledermausarten, und in ganz Deutschland sind lediglich 253 Brutvögel nachgewiesen. Die Insektenfauna ist unüberschaubar artenreich. So stellte Manfred Verhaagh vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe allein über 300 Ameisenarten auf diesen 2 km² fest. Sie sind die wahren Beherrscher des Regenwaldes - in Deutschland leben auf 356 972 km² nur 110 Ameisenspezies. Etwa 250 tagfliegende Schmetterlinge konnten bisher dokumentiert werden, die Microlepidoptera werden seit 2003 schrittweise erfasst. Die Individuendichte und Biomasse der Insekten läßt sich nur vage erahnen, wenn man bedenkt, dass allein ein einzelnes Volk der dort häufig vorkommenden Blattschneiderameisen Millionen von Tieren umfasst.
Erst im Jahre 2000 hat Prof. Ernst-Gerhard Burmeister eine neue Libellen-Art, Polythore spaetheri, die nach einem Förderer der Forschungsstation benannt wurde, in Panguana entdeckt und sie 2003 in der Zeitschrift der Zoologischen Staatssammlung „Spixiana“ beschrieben.