Sammlungsbestände der Sektion Ornithologie
Die ornithologische Sektion der ZSM betreut eine überwiegend historische Sammlung, was ihren besonderen wissenschaftlichen Wert ausmacht. Der Großteil der Bälge stammt aus der Zeit von 1880 bis 1960, insbesondere aus den ersten Jahrzehnten des 20 Jahrhunderts. In den letzten Jahrzehnten gab es dagegen nur wenige Neuzugänge. Heute werden in erster Linie an Scheiben oder im Straßenverkehr getötete Vögel angenommen und für die Sammlung präpariert. Mit solchen umfangreichen Vergleichssammlungen lassen sich Veränderungen und Unterschiede (Größe, Färbung, Zeichnung, aber auch Belastung durch Umweltgifte u.ä.) innerhalb derselben Art zwischen unterschiedlichen Zeiten und Lokalitäten feststellen.
Insgesamt umfaßt die Sammlung etwa 60.000 Bälge in mehr als 6000 Arten; damit sind etwa 60% der heute beschriebenen Vogelarten vorhanden.
Geographisch ist die Avifauna von Südamerika, Ostafrika, Nepal und Mitteleuropa (speziell die einheimischen Arten) besonders gut repräsentiert.
Systematische Schwerpunkte bilden Kolibris, Darwinfinken, Paradiesvögel und westpaläarktische Singvögel.
Bedeutende Sammlungen stammen von SPIX (incl. "Spix-Typen", darunter auch der Holotypus des Spixara Cyanopsitta spixii), ANDERSON, SOMMERFELD und DIESSELHORST.
Neben den Bälgen existieren noch sehr alte Standpräparate, darunter die Sammlung von Napoleons Stiefsohn Eugene de BEAUHARNAIS, Herzog von Leuchtenberg, und eine große Kollektion von Kolibris zwischen 1830 und Ende des 19. Jahrhunderts.
Besonderheiten sind Bälge und Dermoplastiken ausgerotteter Vogelarten wie Wandertaube Ectopistes migratorius, Karolinasittich Conuropsis carolinensis, Huia oder Lappenhopf Heteralocha acutirostris, Labradorente Camptorhynchus labradorius und ein historisches Riesenalk-Replikat Alca impennis.
Der größte Schatz aus der ständig wachsenden Eiersammlung ist ein unversehrtes Ei des Madagaskarstraußes oder Elefantenvogels Aepyornis maximus. Herausragend ist die historische Kollektion von PROSS (zweite Hälfte 19. Jhdt.). Der weitere Ausbau der Eiersammlung erfolgt in Zusammenarbeit mit Zoos und Züchtern. In den letzten Jahren kamen so viele neue Arten aus Vogelhaltungen in die Sammlung.
Daneben ist auch eine Schädelsammlung mit fast 600 Arten vorhanden. Die grosse Skelettsammlung befindet sich als Leihgabe an einem Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.