FÖRDERPREIS
der Münchner Entomologischen Gesellschaft e.V.
Durch die großzügige Stiftung eines Mitglieds der Münchner Entomologischen Gesellschaft kann für das Jahr 2012 wieder ein mit 500,-- EUR dotierter Förderpreis der MEG vergeben werden, der anlässlich des 50. Bayerischen Entomologentages am Samstag, den 10. März 2012 überreicht wird. Bei dieser Gelegenheit soll die Preisträgerin oder der Preisträger mit einem kurzen Vortrag sein entomologisches Fachgebiet vorstellen. Gefördert werden mit diesem Preis begeisterte junge Entomologinnen oder Entomologen, die sich mit dem Erforschen von Insekten beschäftigen und nicht hauptamtlich als Entomologen tätig sind.
Bewerben Sie sich mit den üblichen Unterlagen für den "Förderpreis der MEG 2012" bis zum 31. Januar 2012 bei der Münchner Entomologischen Gesellschaft, Münchhausenstraße 21, 81247 München. Selbstverständlich und auch erwünscht ist, dass jede Person eine Kandidatin oder einen Kandidaten für den Preis vorschlagen kann.
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Bisherige Förderpreise
Verleihung des Förderpreises 2009
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Anlässlich des 47. Bayerischen Entomologentages wurden am 17. März 2009 zwei junge Mitglieder der MEG geehrt. Der mit 500.- Euro dotierte Förderpreis wurde Herrn Oskar V. Conle und Herrn Frank H. Hennemann von dem Vizepräsidenten der MEG, Hans Mühle, überreicht (Abb. 1). Der für den Förderpreis nötige Geldbetrag wurde auch dieses Mal wieder von einem Mitglied der MEG in großzügiger Weise gestiftet. Dem anonymen Stifter sei an dieser Stelle von Herzen gedankt. Der Preis wurde in diesem Jahr nicht, wie schon mehrfach, auf zwei unabhängige, gleich gute Kandidaten aufgeteilt, sondern er wurde den beiden jungen Entomologen als Team verliehen. Die beiden arbeiten und publizieren nämlich sehr oft gemeinsam (im Folgenden alphabetische Reihenfolge). |
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Oskar V. Conle wurde 1977 in München geboren und ist in Fischen im Allgäu aufgewachsen, wo er auch heute noch wohnt. Er war schon seit seiner Kindheit ganz besonders an Insekten interessiert. Seine ersten Insekten sammelte er schon als 2-jähriger in Seifendosen. Er züchtete und sammelte schon als Jugendlicher viele verschiedene tropische Insekten, nachdem er mit seiner Familie die ersten Tropenreisen nach Australien und Malaysia machen konnte und davon nachhaltig beeindruckt war. Zunächst war er natürlich an allen möglichen bunten und schönen Insekten interessiert, aber schon bald spezialisierte er sich auf Stabheuschrecken. Neben Stabheuschrecken sammelt er immer noch Nashornkäfer (Scarabaeidae, Dynastinae). Von Beruf ist er Kaufmann. Frank H. Hennemann ist 1978 in Ludwigshafen geboren, er hat in Bad Dürkheim und in Freinsheim gewohnt. Auch er interessierte sich von Kindheit an für alles, was sich bewegt. Als er elf Jahre alt war, bekam er die ersten lebenden Phasmiden geschenkt und war seither von diesen Tieren fasziniert. Als Jugendlicher bereiste er mit seinem in Singapur tätigen Vater mehrfach Südostasien und konnte so die Tropen kennen und lieben lernen. Neben Phasmiden sammelte er auf seinen Reisen aber auch andere Insekten (vorwiegend Käfer). Zur Zeit studiert er in Mainz Biologie für das Lehramt. |
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Im Jahre 1995 veröffentlichten die beiden gemeinsam ihre erste Neubeschreibung in der Entomologischen Zeitschrift. Seither publizierten sie über 50 Arbeiten, darunter ausführliche Revisionen. Sie beschrieben etwa 100 neue Arten und Unterarten sowie 20 neue Gattungen. Alle Beschreibungen sind sehr detailliert und gründlich, mit hervorragenden Abbildungen. Stets führten Frank und Oskar die nötigen Typenstudien durch. In den Mitteilungen der MEG sind mehrere Arbeiten von ihnen erschienen, und im Jahre 2007 wurden zwei Arbeiten von ihnen zu einem Supplement des Bandes 97 der Mitteilungen zusammengefasst. Frank und Oskar unternahmen viele Sammelexkursionen gemeinsam (Abb. 2) und mit anderen Mitgliedern der MEG beziehungsweise der Zoologischen Staatssammlung, von denen sie stets auch hervorragendes Material der ZSM übereignet haben. Sie betreiben eine informative Webseite über Phasmatodea (www.phasmatodea.de) mit Hunderten von Bildern, Literaturzitaten, taxonomischen Angaben und einem Blog über Phasmiden. Diese Webseite ist eine schier unerschöpfliche Fundgrube über alles, was man über Stabheuschrecken wissen möchte. Am Entomologentag hielt Prof. K. Schönitzer die Laudatio auf die beiden, und anschließend stellten die beiden selbst in beeindruckender Weise nicht nur die bunte Vielfalt der Phasmatodea sondern auch ihrer Projekte dar. Das Engagement und die Professionalität der beiden, ihre Begeisterung für die Phasmiden und ihre Pläne haben die Zuhörer fasziniert. |
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Verleihung des Förderpreises 2007
2007 konnte dank der großzügigen Spende eines Mitgliedes der mit 500,-- EUR dotierte Förderpreis der MEG nun zum 5. Mal ausgeschrieben werden. Die Auswahlkomission wählte aus vielen Bewerbungen als Preisträger Frau Olga Schmidt (Olching) und Herrn Dr. Andreas Dubitzky (Hebertshausen). Frau Olga Schmidt ist eine hervorragende Spezialistin der Larentiinae (Geometridae), und Dr. Andreas Dubitzky bearbeitet sehr erfolgreich die Gattung Andrena (Andrenidae, Apoidea), über die er mehrere Publikationen verfasste sowie eine Doktorarbeit schrieb. Im Rahmen des 45. Bayerischen Entomologentages am 10. März 2007 wurde der Förderpreises durch den Vizepräsidenten der MEG, Hans Mühle, an die Preisträger überreicht (siehe Artikel im Nachrichtenblatt 56 Heft 3/4).
Verleihung des Förderpreises 2005
Im Rahmen des 43. Bayerischen Entomologentages in München wurde am Samstag den 12.3.2005 zum 6. Mal der Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Insektenkunde von der Münchner Entomologischen Gesellschaft (MEG) vergeben. Preisträger ist Herr Andreas Stübner aus Jänschwalde-Ost (Brandenburg). Er wurde aufgrund seiner hervorragenden Kentnisse über Kleinschmetterlinge (v.a. Minierer) ausgewählt, die in vielen Neuentdeckungen für die Fauna von Deutschland und etlichen Publikationen zum Ausdruck kamen. Dieser mit 500,-- EUR dotierte Förderpreis der MEG konnte dank einer großzügigen Stiftung eines Mitglieds der Münchner Entomologischen Gesellschaft für das Jahr 2005 wieder vergeben werden.
Verleihung des Förderpreises 2003
2003 konnte dank der großzügigen Spende eines Mitgliedes der mit 500,-- EUR dotierte Förderpreis der MEG nun zum 5. Mal ausgeschrieben werden. Die Auswahlkomission wählte aus vielen Bewerbungen als Preisträger Herrn Andreas Schulz (Leverkusen) aus, aufgrund seiner förderungswürdigen Leistungen bei der Erforschung von Ameisen, die in 16 veröffentlichten Arbeiten zum Ausdruck kamen.
Sonderpreis
Im Rahmen des Bayerischen Entomologentages 2003
konnte außerdem der von einem Vorstandsmitglied der
Gesellschaft gestiftete, mit 250,-- EUR dotierte Sonderpreis für
hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Entomologie und besonders auch des
Umweltschutzes an Dipl.-Ing. Markus Bräu (Zorneding),vergeben
werden.
Verleihung des Förderpreises 2002
Im Rahmen des 40. Bayerischen Entomologentages in München wurde am Samstag den 16.3.2001 zum vierten Mal der Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Insektenkunde von der Münchner Entomologischen Gesellschaft (MEG) vergeben. Der Preisträger ist Herr Joachim Schmidt aus Rostock, ein Spezialist für Laufkäfer (vor allem aus dem Himalaja) der dem Naturschutz besonders verpflichtet ist.
Der Preisträger stellt
seine Forschung an Laufkäfern in einem Vortrag vor. Herr Schmidt ist ein Autodidakt, der
sich intensiv und erfolgreich mit der Systematik und Biogeographie der Laufkäfer
beschäftigt hat. Er hat eine Reihe von Expeditionen in das Himalaja -Gebiet unternommen
und eine große Anzahl von hochwertigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen über
Laufkäfer publiziert. Ausserdem hat er sich mit großem Engagement in verschiedenen
Naturschutz-Projekten eingebracht und hält häufig Vorträge und Führungen bei
verschiedenen Jugendprojekten. Die MEG möchte mit diesem Preis seine Arbeit würdigen und
fördern.
Verleihung des Förderpreises 2001
Im Rahmen des 39. Bayerischen Entomologentages in München wurde am 10.3.2001 zum dritten Mal ein Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Insektenkunde von der Münchner Entomologischen Gesellschaft (MEG) vergeben. Die Wahl des wissenschaftlichen Beirats der Münchner Entomologischen Gesellschaft viel hierbei auf Herrn Erwin Scheuchl aus Velden/Vils. Der Preis ist mit DM 1.000.- dotiert. Der Preisträger hat sich und seine Forschung, seltene und interessante Wildbienen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Landshut, in einen Vortrag vorgestellt.
Herr Scheuchl ist von Beruf freischaffender Grafiker, der seit vielen Jahren begeistert Wildbienen sammelt und ihre Verbreitung untersucht. Da Bienen sehr schwer zu bestimmen sind und es bisher kein bebildertes Bestimmungsbuch für Bienen gab, hat sich Herr Scheuchl entschlossen, ein solches Werk selbst zu erstellen. Inzwischen hat er drei Bände geschrieben, hervorragend illustriert und im Selbstverlag veröffentlicht. Von zwei seiner Bände mußte er bereits eine zweite Auflage drucken. Er ist in wenigen Jahren zu einem beachteten und geschätzten Spezialisten für Wildbienen geworden, der unter Fachkollegen hohes Ansehen genießt. Seine Bestimmungsbücher sind von großer Bedeutung für die Erforschung und den Schutz der Wildbienen, denn man kann nur schützen was man kennt!
Verleihung des Förderpreises 2000 der MEG
In diesem Jahr verleiht die Münchner Entomologische Gesellschaft zum zweiten mal einen Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Insektenkunde. Der wissenschaftliche Beirat der Münchner Entomologischen Gesellschaft hat Herrn Dipl. biol. Sven Erlacher aus Jena einstimmig dafür nominiert. Der Preisträger wird sich und seine Forschung durch einen Vortrag am Entomologentag 2000 vorstellen.
Herr Erlacher ist von Jugend an ein begeisterter Schmetterlingssammler, der auch sehr im Naturschutz und in verschiedenen entomologischen Fachgesellschaften engagiert ist. Sein besonderes Fachgebiet sind die Geometridae, also spannerartige Nachtfalter, eine sehr artenreiche Schmetterlingsfamilie mit etwa 400 einheimischen Arten. Herr Erlacher hat eine große Anzahl von wissenschaftlichen Fachpublikationen zur Biologie, Faunistik und Systematik von Geometridae veröffentlicht. Auch in seiner Diplomarbeit hat er eine Gattung (Dyscia) aus dieser Familie systematisch untersucht, wobei seine gründliche und saubere wissenschaftliche Arbeitsweise besticht. Der Preisträger versteht es in besonders guter Weise die alt bekannten und bewährten entomologischen Arbeitsweisen (Präparation, lichtmikroskopische Untersuchungen, Nomenklatur) mit modernen Techniken (z. B. computergestützte phylogenetische Analyse, Rasterelektronenmikroskopie) zu verbinden. Derzeit promoviert er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Verleihung des Förderpreises 1999 der MEG
1999 verlieh die Münchner Entomologische Gesellschaft erstmals einen Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
in der Insektenkunde. Der Preis war mit DM 1.000.- dotiert und wurde zu gleichen Teilen an
Herrn Stephan M. Blank (aus Röhrmoos bei Dachau) und Herrn Ralph
Sturm (aus Atting in Niederbayern) verliehen.
Herr
Blank wurde geehrt wegen seiner interessanten wissenschaftlichen Forschungen über
Systematik, Biologie und Verbreitung von Pflanzenwespen. Er hat über 50 wissenschaftliche
Veröffentlichungen geschrieben. Im vergangenen Jahr wurde ein Buch über die
Pflanzenwespen Deutschlands gedruckt, für das er Initiator, Mitherausgeber und Autor
vieler Kapitel ist. Er ist bekannter Fachmann für Hautflügler (d. h. Bienen, Wespen und
Pflanzenwespen). Herr Blank ist in Markt Indersdorf geboren und in Röhrmoos aufgewachsen.
Er hat in Dachau das Gymnasium besucht und in München Biologie studiert. Schon vor seinem
Studium hat er sich mit Hautflüglern beschäftigt, und war sehr aktiv im Naturschutz. Als
freier Mitarbeiter der Brücke Dachau e.V. hat er Pflegemaßnahmen im Weichser Moos,
Ridenzhofer Moos, den Amperauen und dem Hebertshauser Schießplatz initiiert und geleitet.
Seit 1995 arbeitet er im Deutschen Entomologischen Institut in Eberswalde, seit 1998
promoviert er in Berlin.
Herr Sturm stammt aus Straubing und interessiert sich schon seit früher Jugend für einheimische Schmetterlinge und Naturschutz. Er wurde vor allem für sein großes Engagement geehrt, die Liebe zu den Insekten an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, und sie im Beobachten und Untersuchen anzuleiten. Herr Sturm hat große Erfahrung im Züchten von Schmetterlingen, und hat verschiedene Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. Er hat an der Universität Regensburg Lehramt für Grundschulen studiert. In seiner als Buch veröffentlichten Zulassungsarbeit hat die Vielfalt der außerschulischen Unterrichtsformen untersucht, mit denen man Kindern die Natur näherbringen und sie dafür begeistern kann. Er hat sich im Tiergarten Straubing und im Naturkundemuseum Regensburg engagiert, um die Liebe zu Insekten an Jugendliche zu vermitteln. Seit September 1998 ist er Lehrer in Kraiburg, Lkr. Mühldorf am Inn.
Beide Preisträger sind schon von Jugend an begeisterte Insektenliebhaber, denen der Schutz der Natur ein wichtiges Anliegen ist. Sie wurden im Rahmen des Entomologentages geehrt, indem sie sich und ihre Arbeit in einem Vortrag vorstellten.