Forschungsprojekte der Sektion Lepidoptera mit Drittmittelfinanzierung bzw. in Kooperation mit anderen Institutionen
Global campaign DNA barcoding Geometridae
In Kooperation mit dem Canadian Centre of DNA Barcoding (Dr. Paul Hebert) werden seit 2006 in der Globalen Geometriden Kampagne mtDNA Fragmente (COI, 5’, 658 bp) sequenziert. Die ZSM (Dr. A. Hausmann) leitet diese Kampagne, in welcher bis Mai 2008 schon für über 30.000 Geometridae-Individuen aus weit über 3.000 Arten DNA-‚barcodes’ generiert werden konnten. Die Bild- und Verbreitungsdaten sind im Taxonomy browser der BOLD Systems zugänglich, der Großteil der Belegexemplare liegt an der ZSM. Gleichzeitig wurde der Weltkatalog aller verfügbarer Geometridennamen aktualisiert (über 3000 Änderungen) und im Netz öffentlich verfügbar gemacht.
Landes-Inventarlisten DNA Barcoding
- Cape Verde islands
- Chile/Huinay
- Oman
- Sokotra islands (Yemen)
- Tansania
- Tasmania
- Turkey
- United Arab Emirates
Geometridae Mundi
Im Rahmen des im Jahr 2007 initiierten Projekt Geometridae Mundi soll ein illustrierter digitaler Katalog aller Geometridentaxa weltweit erstellt werden (23.000 valide Arten, 3.500 valide Unterarten). Es handelt sich hier um eine Kooperation der ZSM mit der Forschungsinitiative Forum Herbulot und Dr. Hans Löbel (Sondershausen), der zusammen mit Dr. A. Hausmann die wissenschaftliche Leitung des Projektes innehat. Die webtaugliche Datenbank wird zuerst offline entwickelt und soll später ins Netz gestellt werden. Derzeitiger Erfassungsstand (Juni 2008): Knapp 10% der Weltfauna. Kooperationspartner, die wesentliche Beiträge liefern, sind herzlich willkommen und bekommen die offline-Arbeitsversion gratis. Schnittstellen zu anderen globalen Projekten dieser Art (zB CATE, EoL, Lepidops) sollen entwickelt werden und damit größtmögliche Synergie gewährleisten.
Spurensuche nach Gondwanaland-Relikten: Die Geometridae (Insecta: Lepidoptera) der Nothofagus-Wälder in Chile und Tasmanien
Pilot Projekt DFG HA-1806-7/1 (Leitung: Dr. A. Hausmann)
Ähnlich der herausragenden biogeographischen Bedeutung ihrer Wirtspflanzen (Gattung Nothofagus) bietet auch deren Herbivorenfauna ideale Objekte für das Studium von Evolutions- und Kolonisationsszenarien im Zuge des Auseinanderbrechens des südlichen Gondwanalandes. Tatsächlich zeigten in Voruntersuchungen viele Geometriden zweier Nothofagus-Wälder in Chile und Tasmanien enge phylogenetische Beziehungen. Im Rahmen dieses Pilotprojektes sollen durch begrenzte, standardisierte Aufsammlungen (Lichtfang) von Geometriden Quantität und Qualität der in einem Höhentransekt im chilenischen Nothofagus-Wald zu erwartenden Gesamt-Artenspektren abgeschätzt und mit Ergebnissen aus tasmanischen Probennahmen gleicher Methodik verglichen werden. Es ist ferner vorgesehen, in einem integrativen, morphometrisch-molekularen Forschungsansatz die Verwandtschaftsbeziehungen einiger biogeographisch und phylogenetisch interessanter Vertreter näher zu untersuchen. Die Pilotphase dient dazu, hierfür in Kooperation mit dem AToL Projekt (U.S.A.) geeignete Kerngene zu ermitteln. Testweise sollen zudem Geometridenraupen aus befoggten Nothofagus-Bäumen molekular identifiziert (mtDNA) und deren Darminhalt zur Absicherung des Fraßnachweises molekular analysiert werden.
The Geometridae of the Huinay station, southern Chile.
DFG-Projekt Dioryctria (Schwerpunktprogramm Radiationen)
DFG-Projekt; Projektdauer 2002-2004 (Leitung Dr. A. Segerer); im Rahmen des Forschungs-Schwerpunktes "Radiationen". Ziel des Projektes ist die Erforschung evolutiver Mechanismen durch gezielte Rekonstruktion phylogenetischer Stammbäume ausgewählter Kleinschmetterlingsgruppen, die Rückschlüsse auf die Themenbereiche interkontinentale Besiedelungsdynamik, Übergang Ectophagie/Endophagie und Übergang Blatt-/Konferenfraß erlauben.
Publikationen siehe unter Publikationsliste Dr. A. Segerer
Drittmittelfinanziertes Projekt im Rahmen der GBIF-Initiative, Projektdauer 2003-2005, Kooperationspartner MNHU (Dr. W. Mey; Berlin), SMNK (Dr. R. Trusch; Karlsruhe) und ZFMK (Dr. D. Stüning; Bonn) (Leitung: Dr. A. Hausmann, ZSM). Ziele: Verfügbarmachung eines internetgestützten, globalen Informationssystems Geometridae, v.a. taxonomische Basisdaten, z.B. digitale Bildinformation zu den in deutschen Museen hinterlegten Typenexemplaren, Taxaliste, Literatur u.s.w..
Digitale Bilder von mehreren Hundert Typenexemplaren können zusammen mit Fotos der Etiketten und umfangreichen taxonomischen Begleitinformationen (z.B. Fotos mikroskopischer Präparate, Sammlungsobjektdaten in Datenbanken, Informationen zur Urbeschreibung u.s.w.) in Systax (Universität Ulm) und GBIF-D bereits abgefragt werden.
Weitere Informationen unter www.gbif.de und GBIF/GlobInG.
Globales Informationssystem Geometridae (GBIF/GlobInG)
BMBF-Projekt im Rahmen der GBIF-D Initiative, Projektdauer 2003-2005, Leitung: Dr. A. Hausmann (ZSM), Durchführung: Sven Erlacher (ZSM). Kooperationspartner MNHU (Dr. W. Mey; Berlin), SMNK (Dr. R. Trusch; Karlsruhe) und ZFMK (Dr. D. Stüning; Bonn). Ziele: Verfügbarmachung eines internetgestützten, globalen Informationssystems Geometridae, v.a. taxonomische Basisdaten, z.B. digitale Bildinformation zu den in deutschen Museen hinterlegten Typenexemplaren, Taxaliste, Literatur u.s.w..
Digitale Bilder von mehreren Hundert Typenexemplaren können zusammen mit Fotos der Etiketten und umfangreichen taxonomischen Begleitinformationen (z.B. Fotos mikroskopischer Präparate, Sammlungsobjektdaten in Datenbanken, Informationen zur Urbeschreibung u.s.w.) in Systax (Universität Ulm) und GBIF-D bereits abgefragt werden:
Weitere Informationen unter www.gbif.de.
Geometrid Moths of Europe (GME/INGE)
siehe auch: www.zsm.mwn.de/lep/gme.htm
Kooperationsprojekt mit Apollo Books, Stenstrup, (P. Skou), ETI, Amsterdam ("Expert Center for Taxonomic Identification", Dr. R. Heijman), dem Zool. Bot. Institut, Tartu, Estland (Dr. J. Viidalepp) und dem ‘Zoological Institute of Russia', St. Petersburg (Dr. V.G. Mironov). Im Rahmen des Projektes soll eine umfassende monographische Bearbeitung aller Geometriden Europas (ca. 950 Arten) erfolgen, differentialdiagnostische Merkmale und Daten zu Verbreitung und Ökologie zusammengestellt werden, sowie nomenklatorische Verfügbarkeit und taxonomische Validität aller publizierten Namen kontrolliert werden.
Der Münchener Teil des Projektes (Vol. 1, Vol. 2) wurde im Rahmen des Biolog-Programmes als drittmittelfinanziertes Projekt ("Inventur der Geometriden Europas", BIOLOG/EDIS/INGE) in den Jahren 2000-2003 gefördert. Die Buchreihe "The Geometrid Moths of Europe" zielt auf die Bereitstellung von Bestimmungshilfen für Profi's und Amateurentomologen. Die Serie wird in 6-7 Bänden erscheinen:
Vol. 1: Introduction. - "Archiearinae-Geometrinae" (Archiearinae, Orthostixinae, Alsophilinae, Geometrinae): by A. Hausmann. 283 pp.; published in 2001 by Apollo Books
Vol. 2: Sterrhinae: by A. Hausmann, 600 pp.; published in 2004 by Apollo Books
Vol. 3: "Larentiinae I": all tribes except for Perizomini and Eupitheciini: by J. Viidalepp, A. Hausmann (ed.) (publication 2007/2008)
Vol. 4: "Larentiinae II": Perizomini and Eupitheciini: by V. Mironov. 486 pp.; published in 2003 by Apollo Books
Vol. 5: "Ennominae I": Abraxini - Bistonini: by Peder Skou
Vol. 6: "Ennominae II": Boarmiini - Compsopterini: by B. Müller
Separate volume: Preimaginal stages, Checklist, General index, Corrigenda.
Globales Informationssystem Zünslerfalter (GBIF/GLOBIZ)
Drittmittelfinanziertes Projekt im Rahmen der GBIF-Initiative, Projektdauer 2003-2005, Mitarbeit im Projekt des Kooperationspartners SMND (Dr. M. Nuss; Dresden: Leitung). Ziele: Verfügbarmachung eines internetgestützten, globalen Informationssystems der Zünslerfalter (Pyralidae), v.a. taxonomische Basisdaten, z.B. Taxaliste, Literatur u.s.w.
Globales Arteninformationssystem Tagfalter (GART)
Kooperation mit dem Staatlichen Naturkundemuseum in Stuttgart (Leitung des Gesamtprojektes: Dr. C. Häuser), drittmittelfinanziert im Rahmen des Biolog-Programmes (BIOLOG/EDIS/GART und GBIF-D). Im Münchner Teil des Projektes sind in den Jahren 2000-2003 sämtliche an der ZSM vorliegenden namenstragenden Typen der Familien Papilionidae und Pieridae erfasst worden (mit digitaler Bildinformation). Das Projekt wurde in den Jahren 2002-2006 im Rahmen des Programmes GBIF-D fortgesetzt.
Zahlreiche Datensätze können in Systax (Universität Ulm) und GBIF-D bereits abgefragt werden. Weitere Information zum Projekt unter BIOLOG/EDIS/GART, GBIF/GART.
Stadtökologie
Sektionsübergreifendes Projekt, fokussiert auf ökologische Untersuchungen von innerstädtischen Refugialbiotopen in der Großstadt München (Hausmann, A.; Segerer, A.H.; Reichholf, J.; Buchsbaum, U.; Schacht, W.; Kothe, T.; Schuberth, J.; Riedel, G.):
Seit 1986: Monitoringprogramm zur ökologischen Bedeutung verschiedener Friedhofstypen für Tag- und Nachtfalterfauna (vorerst abgeschlossen).
Seit 1998: Monitoring von Tagfaltern, Nachtfaltern und anderen Insektengruppen im Nymphenburger Schloßpark, sektionsübergreifendes Projekt innerhalb der ZSM, in Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der Staatl. Schlösser, Gärten und Seen.
Seit 2001: Monitoring- und Sammelprogramm von Nachtfaltern am Rand des Allacher Forstes.
Seit 2002: Monitoring von Großschmetterlingen (v.a. Lichtfallenfänge) auf dem Gelände der ZSM.
Molekulare Darminhaltsanalyse bei Raupen
Die Pilotphase eines beabsichtigten Projektes (DFG; Leitung: Dr. A. Hausmann) zu molekularen Darminhaltsanalysen neotropischer Geometridenraupen aus canopy fogging Experimenten wurde erfolgreich abgeschlossen. Geplante Projektphase I Ende 2007-2010. Ziele: Präzisere Daten zu Wirtspflanzenbeziehungen bzw. Wirtspflanzenspezifität im neotropischen Regenwald, sowie Gesamtartenzahlen Arthropoda.
Virtuelle Sammlung
Die Pilotphase eines beabsichtigten Projektes (Dr. A.H. Segerer; Dr. A. Hausmann) zur Virtualisierung von Sammlungsinformation wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen zweier Zulassungsarbeiten wurden informative CD-Roms zu Bayerns Tagfalter und Zwergmotten erstellt. Zielgruppen: Schüler, Lehrer, Studenten, Museumsbesucher (z.B. Mensch und Natur). In Form eines Projektes (angestrebte Projektphase 2007-2010) soll eine programmiertechnische Verbesserung der Präsentation, eine umfassendere Virtualisierung geeigneter Daten (z.B. Rote Liste Arten) und nach Möglichkeit eine internet-gestützte Variante erreicht werden.