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Sammlung der Sektion Ichthyologie

Entwicklung der Sammlung seit dem Jahr 2000

Die heutige Sammlung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch das Engagement und die Arbeit von SCHINDLER neu aufgebaut. Sie umfasst derzeit Arten aus über 300 Familien mit über 32 000 Inventarnummern. Dazu kommen bisher uninventarisiertes Material mit über 1000 Lots. Die Sammlung wurde im Jahr 2000 komplett gesichtet, zum Teil überarbeitet und in den Magazinen neu aufgestellt. Gleichzeitig wurde mit der Erfassung der Sammlungsbestände in einer Datenbank begonnen. Derzeit sind etwa 75 % der Magazinbestände erfasst. Die von 1949 bis 2000 handschriftlich geführten Eingangsbücher wurden 2001 auf EDV umgestellt. Im Rahmen des GBIF-Projektes wurden 2005 die Typenbestände erfasst und mit der Erstellung des Typenkataloges begonnen. Blick in das Fischmagazin am Tag der offenen Tür

Der größte Sammlungszugang ergab sich aus dem 2004 begonnenen Projekt „Erfassung der Fischartenvielfalt Bayerns“. Dieses in Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband Bayern e.V. durchgeführte Projekt hat zum Ziel, erstmals die gesamte rezente bayerische Fischfauna in einer Belegsammlung zu erfassen und zu dokumentieren. Dabei wird kleinräumig aufgesammelt, so dass alle mittleren und größeren Einzugsgebiete und Seen erfasst werden. Mehr als 2000 lots von 58 Arten aus 14 Familien wurden bisher erfasst, von mehr als 4000 Fischen wurden individuell zuordenbare DNA-Gewebeproben genommen.

Umfangreiches Material an Süßwasserfischen aus West- Zentralafrika erhielt die Sammlung vor allem durch aktuell laufende Forschungsprojekte in Ghana, Kamerun sowie aus dem Unteren Kongo-Fluss (Republik Kongo und Demokratische Republik Kongo).

Durch den Ankauf einer marinen Aufsammlung vor dem Kontinentalschelf vor Angola mit Mitteln der Generaldirektion im Jahr 2003 bekam die Fischsammlung zirka 900 Individuen aus 136 Familien (etwa 400 Arten, davon einige unbeschrieben).

Zusätzlich wurde die historische Fischschuppensammlung der Sektion aufgearbeitet, inventarisiert und neu aufgestellt; insgesamt 710 Schuppenbriefchen aus 25 Familien, 34 Arten. Diese Sammlung beinhaltet unter anderem wertvolle historische Belege bayerischer Fische aus den voralpinen Seen, aber auch Material von heute seltenen Arten wie dem Maifisch (Alosa fallax), oder stark gefährdeten Arten wie Chiemsee-Perfisch (Rutilus meidingerii) oder dem Zingel (Zingel zingel). Die Schuppen stammen vor allem aus den Privatsammlungen von WAGLER, LÖW und SCHINDLER.

Foto der Valdivia

Im Zuge des Umzuges des Departments Biologie II nach Martinsried wurde ein Großteil der ehemaligen Präparatesammlung der Universität an die Zoologische Staatssammlung überführt. Darunter auch 225 lots von 139 Fischarten aus 83 Familien mit vorwiegend anatomischen Schaupräparaten, aber auch wertvolles historisches Material: 9 lots aus der Sammlung Doflein, darunter Material aus seiner Japan-Expedition (Sagami-Bay, 1904) und Reise nach Kalifornien (Monterey Bay); wertvolles Material von der Deutschen Tiefsee / Valdiva-Expedition (1989-1899) sowie Belegmaterial von heimischen Fischen, 12 lots von Hofer und von Siebold aus der Isar beim München.