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Die Sektion Ichthyologie

Streatocranus

Steatocranus sp. „ultraslender“, eine vom ZSM Ichthyologie-Team neu entdeckte Buntbarschart aus den Stromschnellen des unteren Kongo (Foto: J. Geck).

Die Fische bilden mit fast 34.000 Arten die größte Gruppe der Wirbeltiere. Viele Arten warten noch auf ihre wissenschaftliche Erstbeschreibung, über 300 neue Arten werden jedes Jahr beschrieben. Die tatsächliche Artenzahl wird auf etwa 40.000 Arten geschätzt.

In der Sektion Ichthyologie werden konservierte Fische und Neunaugen aller Kontinente und Meere langfristig als Grundlage der Erforschung der Biodiversität gesammelt, gesichert und aufbewahrt. Die aufwändige konservatorische Betreuung und Dokumentation nach dem Fang und nach der Einbringung des Materials in die Sammlung sichert das unbeschadete Fortbestehen der wertvollen Bestände für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte. Diese Arbeit sorgt dafür, dass weltweit Sammlungsstücke zu Forschungszwecken herangezogen, ausgeliehen und verschickt werden können.

Den Schwerpunkt der Sammlung bilden die Fische Bayerns, afrikanische Süßwasserfische, sowie viele Fischarten aus sogenannten „Artenschwärmen“, d.h. aus begrenzten geographischen Regionen, die eine besonders hohe Artenzahl nahe verwandter Arten beherbergen. Weiterhin beinhaltet die Sammlung bedeutende Bestände südamerikanischer Süßwasserfische und mariner Tiefseefische.

Die wissenschaftliche Erforschung der Fischartenvielfalt an der Zoologischen Staatssammlung konzentriert sich auf die Analyse und Beschreibung der Fische der afrikanischen Süßgewässer und die Analyse der evolutionären Prozesse, die zu ihrer Entstehung geführt haben. Wir arbeiten aber auch auf an der Erforschung europäischer und südamerikanischer Fischarten des Süß- Brack- und Meerwassers. Dabei kommen sowohl klassischen Methoden der beschreibenden Zoologie, z.B. die Beschreibung und Analyse körperbaulicher Merkmale, als auch mit moderne molekularen Methoden (genomische DNA-Analysen) zur Anwendung. Die wissenschaftliche und kuratorische Arbeit basiert auf einem globalen Netzwerk der Zusammenarbeit mit anderen Forschungsmuseen, Universitäten, unabhängigen Experten, Liebhaberorganisationen sowie mit dem Naturschutz und der Fischerei.