Was genau sind Namenspatenschaften?
Immer wieder entdecken Mitarbeiter unseres Hauses auf Expeditionen unbekannte Arten. Sind diese Tiere dann untersucht und beschrieben, brauchen sie noch eines: Einen vollständigen Namen.
Lesen Sie hier, warum wir Namenspatenschaften anbieten.
Zur Zeit suchen folgende Tiere einen Namens-Paten:
- Euops sp. (IHR NAME !) - ein Rüsselkäfer aus Neu Guinea
- Boophis sp. (IHR NAME !) - ein Frosch aus Madagaskar
- Anchista sp. (IHR NAME !) - ein Laufkäfer von den Philippinen
- Dolichoctis sp. (IHR NAME !) - ein Laufkäfer aus Neuguinea
- Phyllidia sp. (IHR NAME !) - eine Meeresnacktschnecke aus dem Roten Meer
- Andrena sp. (IHR NAME !) - eine Sandbiene aus Turkmenistan
- Stenodontus sp. (IHR NAME) - eine Schlupfwespe aus Mittel- und Südamerika
Euops sp. (IHR NAME !) - ein Rüsselkäfer aus Neu Guinea
SYSTEMATIK: Klasse Insecta, Ordnung Coleoptera (Käfer) Überfamilie: Curculionoidea (Rüsselkäfer s.l.), Familie: Attelabidae (Blattroller)
VERBREITUNG: Bisher nur von einem Fundort aus West Neu Guinea (Irian Jaya) bekannt. Sehr wahrscheinlich ein Endemit für diese Insel oder einem eingeschränkten Areal von ihr.
HISTORISCHES: 1991 wurde ein einzelnes Männchen von A. Riedel auf einer Expedition nach Neu Guinea in den Vorgebirgen der Weyland Range gesammelt. Seitdem nicht wiedergefunden.
KÖRPERBAU: Körperlänge 8 mm. Wie meisten Curculioniden, besitzt diese Art einen deutlich verlängerten Kopf (?Rüssel?). Sie hat auffallend große Augen. Sehr charakteristisch ist die Bewehrung der Vorderschenkel mit einem zapfenförmigen Fortsatz. Diesen besitzen aber wahrscheinlich nur die Männchen, denen er vermutlich bei Prügeleien mit Rivalen nützlich ist.
LEBENSWEISE: Wahrscheinlich ein wählerischer Vegetarier, dessen genaue Futterpflanze aber noch unbekannt ist. Er bewohnt die Regenwälder seiner Heimat in mittleren Höhenlagen und ist vermutlich durch bevorstehende Abholzungsaktionen in seiner Existenz gefährdet.
FORTPFLANZUNG: Die Weibchen dieser Gattung schneiden Stücke aus den Blättern ihrer Futterpflanzen und machen daraus "Rolladen", in die dann die Eier gelegt werden. Zusätzlich müssen die Blattwickel von den Weibchen mit einem bestimmten Pilz beimpft werden. So eine "Edelpilz-Rollade" ist für die Larven eine geeignete Nahrung.
Boophis sp. (IHR NAME !) - ein Frosch aus Madagaskar
SYSTEMATIK: Klasse Amphibia (Lurche) Ordnung Anura (Froschlurche) Familie Ranidae (Echte Frösche)
FANGDATEN: Madagaskar, Ranomafana National Park, ca. 700 Meter über dem Meeresspiegel - in diesem Wald wurde 1986 der Goldene Bambuslemur (Halbfaffenart) entdeckt. Gefunden im März 1996 durch Dipl.Biol. Frank Glaw, der sich seit einigen Jahren intensiv mit der reichen, aber hochgradig gefährdeten Froschfauna Madagaskars befaßt. Herr Glaw wird ab Dezember 1997 neuer Konservator für Herpetologie an der Zoologischen Staatssammlung München und hat auch noch andere neue Froscharten ?in petto?.
KÖRPERBAU: Körpergröße: 2,5 cm. Das Foto zeigt ein ausgewachsenes Männchen, die Weibchen dieser Art sind noch unbekannt. LEBENSWEISE: Die Art ist immer nur nachts besonders bei Regen, entlang von Bächen im urwald gefunden worden. Die Frösche (Männchen) sitzen 1 bis 2 Meter hoch auf Blättern im Gesträuch und lassen dort ihre harmonisch klingenden, artspezifischen Paarungsrufe ertönen.
Anchista sp. (IHR NAME !) - ein Laufkäfer von den Philippinen
SYSTEMATIK: Klasse Insecta Ordnung Coleoptera (Käfer) Familie Carabidae (Laufkäfer) Unterfamilie Lebiinae.
VERBREITUNG: bislang nur auf den Philippinen gefunden.
KÖRPERBAU: 7 mm lang. Die großen Augen deuten auf einen guten Gesichtssinn dieses kleinen Räubers hin. Aus der leuchtend blau-roten Färbung kann man entnehmen, dass diese Art tagaktiv ist. Die breiten, gepolsterten Sohlen der Fußendglieder zeigen, dass der Käfer geschickt an Baumstämmen und auf Blättern herum klettern kann.
LEBENSWEISE: Der Käfer lebt im Regenwald, vor allem an Waldrändern und Lichtungen, wo er auf sonnenbeschienen Blättern zu finden ist. Er ernährt sich von kleinen Insekten, die er mit Hilfe seiner großen und leistungsfähigen Augen jagt. Diese noch unbeschriebene Käferart ist Teil einer sehr artenreichen und komplexen Biozönose (Lebensgemeinschaft), welche das Gezweig und die Blätter von Regenwaldbäumen besiedelt. Mit dem Abholzen der Regenwälder ist auch diese Lebensgemeinschaft stark gefährdet.
Dolichoctis sp. (IHR NAME !) - ein Laufkäfer aus Neuguinea
SYSTEMATIK: Klasse Insecta Ordnung Coleoptera (Käfer) Familie Carabidae (Laufkäfer) Unterfamiie Lebiinae
VERBREITUNG: Irian Jaya, Neuguinea (zusammen mit 20 weiteren Arten der Gattung)
KÖRPERBAU: 7 bis 8 mm lang. Die Stacheln am Ende der Flügeldecken werden als Abwehrmechanismus gegen Freßfeinde, vor allem Vögel, gedeutet.
LEBENSWEISE: Die Käfer leben im Regenwald, bevorzugt an und unter der Rinde stehen-der oder liegender Baumstämme. Die Nahrung ist nicht genauer bekannt, besteht jedoch vermutlich aus kleinen Insekten oder Spinnen.
FORTPFLANZUNG: unbekannt.
Phyllidia sp. (IHR NAME !) - eine Meeresnacktschnecke aus dem Roten Meer
SYSTEMATIK: Klasse Gastropoda (Schnecken) Ordnung Nudibranchia (Nacktkiemer) Familie Phyllidiidae (Farbwarzenschnecken)
FANGDATEN: Rotes Meer, 1998, von Dipl.-Biol. Michael Schrödl im Zuge einer faunistisch-ökologischen Exkursion beim Tauchen im Korallenriff aufgefunden. Herrn Schrödl bearbeitet die Systematik dieser Familie im Rahmen seiner Dissertation.
KÖRPERBAU: Körperlänge 3 cm; die beiden gefiederten orangen Kopftentakel (Rhinophoren?) sind deutlich erkennbar. Die artspezifischen, zitronengelben Warzen sind spezielle Abwehrdrüsen, die Giftstoffe (Toxine der gefressenen Schwämme, s.u.) enthalten. Die auffällige Warnfarbe soll (ähnlich wie bei vielen Schmetterlingen) Freßfeinde abhalten.
LEBENSWEISE: Phyllidia-Arten leben meist gut getarnt direkt auf ihrem Futter, nämlich giftigen Meeresschwämmen. Deren aufgenommene Giftstoffe werden nicht nur vertragen, sondern (teilweise nach biochemischer Modifikation) zur eigenen Abwehr eingesetzt. Die Tiere sind Simultan-Zwitter und zeigen interne Befruchtung, die Gelege werden direkt an den Futterorganismen abgelegt.
Andrena sp. (IHR NAME !) - eine Sandbiene aus Turkmenistan
SYSTEMATIK: Klasse Insecta Ordnung Hymenoptera (Hautflügler) Familie Apidae (Bienen)
FUNDORT: Turkmenistan (Zentralasien)
HISTORISCHES: Diese Wildbiene wurde von Prof. Dr. Klaus Schönitzer im Rahmen der internationalen entomologischen Expedition im April 1995 in Turkmenistan gesammelt.
KÖRPERBAU: Körperlänge 8 mm. Diese sehr schöne neue Art ist insbesonders dadurch gekennzeichnet, daß die Weibchen einen gelben Kopfschild zeigen, eine große Ausnahme innerhalb dieser Gattung.
LEBENSWEISE: Viele Sandbienen sind auf den Pollen einer einzigen Pflanzenart spezialisiert, daher auch von großer Bedeutung für die Bestäubung der Wirtspflanze. Die "Lieblingsblume" dieser Art ist leider unbekannt
Stenodontus sp. (IHR NAME) - eine Schlupfwespe aus Mittel- und Südamerika
SYSTEMATIK: Klasse Insecta Ordnung Hymenoptera (Hautflügler) Familie Ichneumonidae (Schlupfwespen) Gattung: Stenodontus Art: NEU (IHR NAME!)
VERBREITUNG: Mittel- und Südamerika KÖRPERBAU: Körperlänge 5 mm. Diese unglaublich grazile Art zeichnet sich vor allem durch die prachtvolle Färbung des Körpers aus ("small is beautiful").
LEBENSWEISE und FORTPFLANZUNG: Diese Art ist weit verbreitet in Mittel- und Südamerika. Die Larven entwickeln sich in Puppen von Kleinschmetterlingen. Als hoch-spezialisierte Insekten-"Liebhaber" spielen die Schlupfwespen eine wichtige Rolle im biologischen Gleichgewicht und werden zunehmend in der biologischen Schädlingsbekämpfung (z.B. auch der berüchtigten Kastanienminiermotte) eingesetzt.