FAQ

FAQ

Wenn Sie schon immer wissen wollten, wer wir eigentlich sind, woran unsere Mitarbeiter forschen und ob das Haus jedem Interessenten offensteht – im Folgenden sind die Antworten zu finden.

Allgemeines

Ist die Zoologische Staatssammlung ein Museum?

Ja und nein. Wir sind kein öffentliches Museum mit Schauräumen und Vitrinen, sondern eine Forschungssammlung. Fast alle Tiere lagern in speziellen Kästen oder Gläsern, gut verschlossen in klimatisierten Räumen. Diese Magazine werden in der Regel nur für Wissenschaftler geöffnet.

Das heißt aber nicht, dass Besucher bei uns nicht willkommen sind. Unser Tipp: Besuchen Sie uns doch einmal am Tag der offenen Tür, der in der Regel am zweiten Samstag im November stattfindet, bei einem der öffentlichen Vorträge, oder während einer unserer Sonderausstellungen

Wann solche Veranstaltungen stattfinden erfahren Sie aus dem Terminkalender und den Medien. Auch die Bibliothek ist innerhalb der Öffnungszeiten öffentlich zugänglich.

Übrigens: Die Staatssammlung ist barrierefrei.

Wozu dient die Sammlung?

Unsere Aufgaben lassen sich prinzipiell mit den vier „E“s umschreiben: Erwerben, erhalten, erfassen, erforschen. Das heißt: ständig sammeln oder erwerben wir neue Exemplare, die unsere Mitarbeiter fachgerecht konservieren, archivieren und erhalten.

Die Tiere werden aber nicht nur gelagert, sondern auch genau untersucht und es werden alle Begleitdaten erfasst. So können Zoologen Tierarten entdecken (siehe >Zoologische Systematik), ihre Verbreitung, Verwandschaftsbeziehungen und Entwicklungsgeschichte ermitteln, und Wechselbeziehungen in Ökosystemen oder den Feinbau von Organen erforschen. Dank neuer Techniken wie DNA-Sequenzanalyse oder Mikrocomputertomographie können Tierarten sicher identifiziert und ihrer Verwandtschaftsgruppe zugeordnet werden, selbst anhand von kleinen Teilen oder Larvalstadien. Aber auch der Rückgang und das Aussterben von Tierarten ist in den Sammlungsbeständen dokumentiert und erforschbar.

Von außen greifen Forschungszweige wie Medizin, Bionik und Paläontologie auf das in der ZSM archivierte Material zu. Und nicht zuletzt sind Universitäten und Schulen, aber auch die wissenschaftliche Berichterstattung in den Medien auf das zoologische Anschauungsmaterial angewiesen.

Wieviele Mitarbeiter hat die Sammlung ?

Insgesamt ca. 40 fest angestellte, davon 14 Wissenschaftler. Die meisten sind Fachleute für bestimmte Tiergruppen und erforschen diese in einzelnen Schwerpunkten oder im Rahmen von Gemeinschaftsprojekten mit anderen Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene. Die Forschungsschwerpunkte ergänzen sich, so dass das gesamte Tierreich abgedeckt wird. Hinzu kommt eine wechselnde Anzahl von (Projekt-) Mitarbeitern auf zeitlich begrenzten Stellen und natürlich das Personal für die sektionsübergreifenden Funktionen im Haus. Nicht zuletzt profitiert die ZSM von einer ansehnlichen Anzahl ehrenamtlicher Mitarbeiter, die in der Forschung oder im technischen Bereich wertvolle Beiträge leisten.

Haben nur Fachleute Zutritt zur Sammlung?

Im Wesentlichen schon. Um die Sammlung für jedermann interessant und transparent zu machen, veranstalten wir aber regelmäßig einen Tag der offenen Tür, wissenschaftliche Vorträge und Sonderausstellungen für jedermann. Die Termine sind in unserem Veranstaltungskalender zu finden.

Unsere Mitarbeiter stehen nach telefonischer Voranmeldung unter 089 – 81070 Montag bis Donnerstag 8:00–12:00 Uhr und 13:00–16:00 Uhr,  Freitag 8:00–12:00 Uhr und 13:00–14:00 Uhr) zur Verfügung.

Die Bibliothek ist geöffnet Montag bis Freitag von 8:30-11:30 Uhr, sowie Donnerstag von  von 13:30-15:30 Uhr.

Alle Teile der Staatssammlung sind für Rollstuhlfahrer zugänglich.

Wie finde ich zur Zoologischen Staatssammlung?

Die Adresse ist: 81247 München, Münchhausenstraße 21.

Sie erreichen die ZSM mit der S-Bahn Linie S2, Haltestelle Obermenzing. Die Laufzeit vom S-Bahnhof beträgt 5-10 Minuten (Verdistraße > Freseniusstraße > Münchhausenstraße). Weitere Informationen zum öffentlichen Personennahverkehr siehe Münchner Verkehrs- und Tarifverbund.

Sie können auch mit dem PKW zu uns kommen. Fahren Sie vom Stadtzentrum kommend auf der Menzinger Straße in Richtung Autobahn Stuttgart (A8). Die Menzinger Straße geht in Obermenzing in die Verdistraße über. Nach der Unterführung unter die S1 biegen sie an der nächsten Ampel nach rechts in die Fresenius-Straße ab. Auf der Fresenius-Straße dann nach etwa 100 m die erste Abzweigung rechts ist schließlich die Münchhausenstraße.

Unmittelbar am Gebäude der Sammlung befindet sich ein kleiner Parkplatz, ansonsten können Sie ohne Probleme auch kostenlose Parkplätze in der Nähe finden. Die Fahrzeit vom Zentrum bis zur ZSM beträgt etwa eine halbe Stunde.

Zoologische Fachbegriffe

Was versteht man unter zoologischer Systematik?

Die zoologische Systematik gliedert sich in drei Teilbereiche:

1) Taxonomie benennt und beschreibt neue Arten und macht sie so der weiteren Erforschung und dem Artenschutz zugänglich. Nach der taxonomischen Bearbeitung werden Bestimmungsschlüssel erstellt, mit deren Hilfe dann neue Exemplare identifiziert und diesen Arten eindeutig zugeordnet werden können.

(2) Nomenklatur ist die Wissenschaft von der korrekten und eindeutigen Bennennung der Arten. Sie wird in einem internationalen Code festgelegt.

2) Faunistik und Zoogeographie erfassen die Verbreitung von Arten in Raum und Zeit.

3) Phylogenetik (Verwandtschaftsforschung) untersucht die evolutionären Beziehungen zwischen Arten und Tiergruppen, d. h. die Entstehungsgeschichte der Tierwelt. Aufgrund dieser Erkenntisse können die Tierarten korrekt in hierarchischen Gruppen zu Gattungen, Familien, Ordnungen, Klassen usw. zusammengefasst werden.

Sammlungsinhalt

Wieviele Tiere werden in der Sammlung aufbewahrt?

In den Sammlungen der ZSM werden derzeit rund 25 Millionen „Sammlungseinheiten“ mit zoologischen Objekten aus allen Kontinenten und Weltmeeren gelagert, darunter die mit rund zehn Millionen Exemplaren größte Schmetterlingssammlung der Welt. Reich vertreten und von weltweiter Bedeutung sind z.B. auch die Sammlungen von Käfern, Hautflüglern und Fliegen, von Tausendfüßlern und Krebsen, oder von Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren.

Woher stammen all die Tiere?

Der Sammlungsbestand der ZSM ist über fast 200 Jahre hin gewachsen. Ein großer Teil wurde von früheren und aktuellen Mitarbeitern der ZSM selbst in aller Welt gesammelt und bestimmt. Sehr erheblich tragen aber auch Nachlässe anderer Wissenschaftler, Schenkungen, Stiftungen und Käufe zum Sammlungswachstum bei. Mitunter sorgt sogar der Zoll für Zuwachs in der Sammlung, denn immer wieder werden exotische Urlaubsmitbringsel wie Eisbärfelle oder Schildkrötenpanzer beschlagnahmt, die anschließend einen Platz in den Sammlungsbeständen finden.

Leistungen der Zoologischen Staatssammlung

Wird in der Zoologischen Sammlung nur gesammelt?

Nein. Die Sammlungen werden ständig als Forschungs- und Bildungsgrundlage genutzt, sowohl von den Mitarbeitern der ZSM selbst, als auch von Wissenschaftlern in aller Welt. Wie die Bücher der wissenschaftlichen Bibliothek, so werden auch die Sammlungsexemplare der ZSM über einen internationalen Leihverkehr rege genutzt. Viele Forscher besuchen die ZSM auch persönlich, um das Material vor Ort  zu sichten und zu studieren. Die vielfältigen Foschungsgebiete sind unter dem Punkt „Wozu dient die Sammlung? grob umrissen.

Parallel dazu werden die Methoden zur Sammlungspflege und der dazugehörigen Datenerfassung weiterentwickelt, auf den modernsten Stand gebracht und verfügbar gemacht. Dazu dienen Aufsätze in wissenschaftliche Publikationen ebenso wie die Bereitstellung über das Internet.

Nicht zuletzt ist die ZSM eine Bildungsstätte. Mehrere Mitarbeiter sind gleichzeitig Lehrkräfte an der LMU und ständig werden Nachwuchswissenschaftler (Praktikanten, Studenten, Doktoranden, Postdoktoranden) im Haus aus- und weitergebildet.

Ich habe in Haus oder Garten Probleme mit Schädlingen. Kann mir die Sammlung hier weiterhelfen?

Ob Silberfischchen, Teppichkäfer, Motten, Flöhe oder Küchenschaben – oft bereiten kleine Plagegeister Mühe und Verdruss. Wir können Bürgern und Behörden sagen um welche Tierchen es sich handelt. Falls Sie ein Tier einschicken möchten legen Sie bitte unser Einsendeformular bei und befolgen Sie die entsprechende Anleitung. Dabei möchten wir gleichzeitig helfen, Vorurteile gegenüber manchen Tierarten abzubauen, denn nicht jedes Lebewesen ist tatsächlich ein unliebsamer Schädling. Fragen Sie uns gerne auch per E-Mail – wir helfen gerne weiter.

Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir aus rechtlichen Gründen keine Bekämpfungsmaßnahmen empfehlen können. Hier sind die entsprechenden Behörden oder professionelle Schädlingsbekämpfer zuständig. Bei Fragen zu einer möglichen Entfernung/Umsiedlung von Wespen- oder Hornissennestern wenden Sie sich bitte an die Feuerwehr.