Protokoll über die Gründungssitzung der Zoological Society Wallacea (ZSW)
(gekürzte Fassung des Protokolls zur Grundung der ZSW)
Am 16. September 2000 fanden sich die in der beigefügten Anwesenheitsliste eingetragenen 9 Personen im Hotel "Zum alten Kurhaus" in Kranichfeld ein.
Ulf Buchsbaum eröffnete um 19:30 Uhr die Versammlung, erläuterte die Gründe der Zusammenkunft und gab Informationen und Vorstellungen zu den Zielen der neu zu gründenden Gesellschaft.
Daraufhin wurde beschlossen:
- den Verein Zoological Society Wallacea (ZSW) zu gründen,
- diesem Verein die beigefügte Satzung zu geben,
und
- ihm als Gründungsmitglieder anzugehören.
Im Anschluss folgte die Wahl der Vorstandsmitglieder:
Präsident:
Dr. Roland Gerstmeier
Technische Universität München
Angewandte Zoologie
Alte Akademie 16
D - 85350 München
- 8 Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung des Betroffenen
Vizepräsident:
Ulf Buchsbaum
Zoologische Staatssammlung München
Sektion Lepidoptera
Münchhausenstraße 21
81247 München
- 8 Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung des Betroffenen
Schatzmeister:
Dr. Marion Kotrba
Zoologische Staatssammlung München
Sektion Diptera
Münchhausenstraße 21
81247 München
- 8 Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung der Betroffenen
Herr Buchsbaum übernahm anschließend wieder die Versammlungsleitung.
Im Anschluss wurde die Höhe des Mitgliedsbeitrages diskutiert. Der Beitrag wurde auf
jährlich 30 DM festgelegt. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefaßt.
Es wurde ebenso beschlossen, daß der Vorstand berechtigt ist eventuelle vom
Registriergericht oder vom Finanzamt beanstandete Satzungsbestandteile zu ändern oder zu
ergänzen. Auch dieser Beschluß wurde einstimmig gefaßt.
Die 9 Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung.
Herr Buchsbaum bedankte sich bei allen Mitgliedern für die erfolgreiche Gründung des
Vereins und das dem Vorstand ausgesprochene Vertrauen.
Das Protokoll wurde verlesen und von der Mitgliedsversammlung genehmigt.
Die Sitzung wurde um 20:30 Uhr beendet.
Nach der Gründungsversammlung erfolgte die Eintagung ins Vereinsregister.
Die Eintragung erfolgte am 23. Mai 2001. Die Ziele und geplanten Vorhanben der ZSW wurden im Infoblatt der Geselschaft bereits genannt. zurück zum AnfangZSW im internationalen Verbund
Die ZSW bietet Profis und vor allem aber auch Amateuren eine Kommunikationsebene. Es liegt auf der Hand, dass die ständig wachsende Zahl von Bearbeitern, mannigfaltige und weit verstreute Publikationen, noch weiter gestreutes Sammlungsmaterial und nur noch schwer, oder aber gar nicht mehr überschaubar sind. Daher sieht sich die ZSW zunächst als Informationsvermittler und verbreiter sowie als Plattform zwischen den Bearbeitern.
Darüberhinaus wird die ZSW eine vermittelnde Rolle zwischen Bearbeitern und anderen Initiativen und Entscheidungsträgern darstellen.
Die Arbeit von Systematikern und Faunisten hat jüngst eine neue Dimension gewonnen. Über Jahrzehnte als "verstaubt" belächelt, darf sie nun als DIE Grundlage zum Verständnis unserer Umwelt gelten. Mit der Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, CBD) von 1992 ("Rio Gipfel"), die mittlerweile von 176 Staaten unterzeichnet / ratifiziert wurde, war der Begriff "Biodiversität" schlagartig populär geworden.
Artikel 1 der CBD: "The objectives of this Convention [...] are the conservation of biological diversity, [and] the sustainable use of its components [...]. Präzise zu den generellen Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang anzustreben sind, wird in den Artikeln 6 und 7 Stellung genommen:
Jede der Vertragsparteien soll, in Übereinstimmung mit ihren besonderen Bedingungen und Möglichkeiten
1) nationale Strategien, Pläne oder Programme zu Schutz und nachhaltiger Nutzung der Biodiversität entwickeln, oder zu diesem Zwecke schon vorhandene Strategien anwenden
2) durch Sammeln und andere Techniken die Komponenten der Biodiversität monitoren, dabei sollen insbesondere Naturschutzrelevante Fakten gesammelt werden und weiterhin nach solchen Komponenten gesucht werden, die sich für eine nachhaltige Nutzung besonders eignen.
Deutschland hat die CBD am 21.12.1993 ratifiziert, ebenso wie die Europäische Gemeinschaft. Indonesien z.B. tat dies am 23.8.1994, Malaysia am 24.6.1994 und Papua Neu Guinea am16.3.1993.
Zur Umsetzung der CBD dient der Clearing-House Mechanismus (CHM), ein weltweites Netzwerk von Organisationen zum Thema Biodiversität. Der CHM ist eine Kommunikations- und Informationsplatform.
Die ZSW soll von Anfang an mit dem CHM verbunden werden, damit eine Vernetzung mit anderen Partner stattfinden kann. Zudem ist zu unterstreichen, dass die ZSW grundsätzlich den Zielen der CBD zuarbeitet - und das in einer der artenreichsten Regionen der Erde.
Die ZSW wird als Kommunikationsplattform, Informationssammler- und -verteiler funigieren. Es ist unsere feste Überzeugung, dass nur so möglichst vielen Bearbeitern eine adäquate Übersicht über die aktuellen Entwicklungen gegeben werden kann. Des weiteren sind wir davon überzeugt, dass auf längere Sicht nur so die dringend benötigten Arbeiten sinnvoll und effektiv durchgeführt werden können, und zwar zusammen mit lokalen Partnern.
Daher soll die ZSW ebenfalls mit anderen Projekten in Kontakt treten, um Informationen auszutauschen. Beispiele sind die Fauna Malesiana Initiative, KEHATI (das indonesische Biodiversitäts Netzwerk), das Operation Wallace Project, sowie das DIVERSITAS Programm, um nur einige zu nennen.
Michael Balke, München
Aufruf zur Zusammenarbeit
Biogeography and Conservation in SE Asian and Melanesian
Aquatic Ecosystems
For description in English do not hesitate to get in
touch with michael_balke@yahoo.de (webmail account, will always be checked).
Michael Balke, München
In den vergangenen Jahren ist wieder eine intensive Diskussion zum Thema Biogeographie
Südostasiens und Melanesiens in Gang gekommen.
Seit den Arbeiten von Wallace und Rensch hat sich vieles geändert, wir haben neue
Analysemethoden und neue theoretische Ansätze. Zudem liegen heute schon recht genaue
geologische Modelle zur tektonischen Genese dieses Raumes vor.
Eines ändert sich absurderweise nur relativ langsam, nämlich der notorische Mangel an
biologischen Daten. Die Gründe dafür sind hinreichend bekannt.
Dennoch konnte in einigen Gruppen ein gewisser Fortschritt errungen werden, und ich möchte heute alle, die sich nun angesprochen fühlen, zur Zusammenarbeit ermuntern.
Ich würde mich freuen, die sich mit aquatischen Gruppen, auch im weiteren Sinne, befassen. zusammenschließen könnten, um Informationen auszutauschen. Ich habe selber viele Jahre an Wasserkäfern gearbeitet und vor allem erst einmal viele Arten beschrieben. In den nächsten Jahren werde ich vor allem an phylogenetischen Analysen arbeiten, und mich einer biogeographischen Auswertung der Daten widmen.
Dazu würde ich gerne die Befunde von Kollegen mit meinen eigenen vergleichen.
Außerdem ist es ja immer denkbar, daß wir uns gegenseitig mit Material und Tips helfen können. Die Erfahrung hat gezeigt, daß ein solcher Austausch manchmal sehr wertvolle Ergänzungen bringt.
Schließlich würde ich mittelfristig gerne ein größeres Projekt beantragen, welches sich mit Artenvielfalt - Naturschutz - Biogeographie von aquatischen Tieren in Papua Neu Guinea befasst. Dazu wären Partner willkommen!
Ideen und Meldungen bitte an... michael_balke@yahoo.de
Exkursionen
in Bali
Roland Gerstmeier, München
Bali ist sicher die touristische Sensation Indonesiens; Unmengen von Urlaubern besuchen jährlich die nur etwa 5700 km² große Insel. Strand- und Nachtleben, Tempel und Gamelan-Orchester sowie malerische Reisterrassen in einer anmutigen Berglandschaft bilden attraktive Schwerpunkte. Nur wenige Touristen dürften sich für die Flora und Fauna dieser Insel interessieren.
Dabei ist Bali in zweierlei Hinsicht für Zoologen durchaus interessant. Zoogeographisch gesehen ist Bali die östliche Grenze der Orientalis. Zumindest war dies für Wallace so, dem zu Ehren die Grenze zwischen Bali und Lombok Wallace-Linie genannt wird. Der zweite Gesichtspunkt besteht in der relativen Problemlosigkeit eines Besuches. Wenn es inzwischen fast im gesamten indonesischen Archipel kriselt, manche Regionen (wie z.B. die Molukken) sogar überhaupt nicht besucht werden können, bildet Bali eine sichere Bastion im internationalen Reiseverkehr.
Geologisch gesehen ist Bali eine junge Insel, nur durch einen 70 m tiefen Katzensprung von Java getrennt. Eine kontinentale Insel also, die während der letzten Eiszeit im Pleistozän (vor etwa 12.000 Jahren) fester Bestandteil der Sunda-Halbinsel war. Dies bedeutet, daß die meisten balinesischen Arten nicht endemisch sind; viele der Arten kommen auch in Java vor, manche in Sumatra und auf dem asiatischen Festland. Herausragender Endemit ist der Bali-Star (Leucopsar rothschildi); weltweit gibt es mehrere Zuchtprogramme, in freier Wildbahn wird die Population auf ca. 20 Individuen geschätzt. Sein Lebensraum ist der Bali Barat Nationalpark im äußersten Nordwesten der Insel. Der Park ist schwer zugänglich und es empfiehlt sich, einen Ranger für Touren anzuheuern. Ausgangspunkt ist somit die NP-Behörde gleich am Ortseingang von Cekik/Gilimanuk (auf der linken Straßenseite, wenn man von Denpasar kommt). Sehr empfehlenswert ist der Ranger KT. Wahyudih (Informationen über Prof. Dr. Roland Gerstmeier, Tel.: 081
61 / 713769, mail: r.gerstmeier@lrz.tum.de), der gut englisch spricht und ökologisch erstaunlich fit ist. Er hilft auch gerne beim Insektensammeln und Leuchten mit. Zur Übernachtung empfiehlt sich das "Hotel Sari". Wer auf eigene Faust Erkundigungen machen will, kann es von Negara aus versuchen; von Cekik kommend fährt man die Straße vor Negara links hoch Richtung "MPT" (auf den Steinmeilern am Straßenrand; wer dies machen sollte möge mir bitte den exakten Ortsnamen erfragen und mitteilen). Am Ortsende gibt es einen Fluß, den man entlanglaufen kann und dieser Weg führt in den Primärwald.Eine weitere empfehlenswerte Strecke führt von Singaraja (im Norden) zum Lake Buyan, wobei v.a. die Strecke ab Gitgit zum "Zoologisieren" geeignet ist.
Von Denpasar/Sanur aus in kurzer Autofahrt erreichbar ist der Mt. Catur (fast 2100 m hoch), nordöstlich vom Lake Bratan gelegen, mit ebenfalls gutem Regenwald. Man läßt das Auto auf dem großen Parkplatz vor Bedugul stehen und läuft den Weg oberhalb des Sees entlang (allerdings steiler Anstieg, der etwas Kondition erfordert).
Auch der Regenwald um den Tempel Luhur Batukau (ca. 800 m hoch) sieht gut aus; hier empfiehlt es sich einen Guide zu nehmen, da die Pfade einem schnell die Orientierung verlieren lassen.
Viel Spaß und Erfolg in Bali, und vergeßt nicht die Cleridae (Buntkäfer).
R. Gerstmeier, München
* Von Mitarbeitern der Monash University und der Nationaluniversität Malaysias
(UKM) wird für 2001 die Veröffentlichung eines Buches zur Einführung in die aquatischen
Wirbellosen Malaysias angestrebt.
Michael Balke und Lars Hendrich (Berlin), sowie Manfred Jäch (Wien) haben das Kapitel
über die Wasserkäfer übernommen.
Neben taxonomischen Informationen, Bestimmungsscglüsseln und Beschreibungen der
Morphologie der Gruppen werden auchökologische Daten geliefert. Es ist überraschend, wie
wenig über ein problemlos zu bereisendes Land wie Malaysia bekannt ist.
Interessanterweise fehlen vor allem auch aus West Malaysia Daten.
Michael Balke, München
Link collection
Kai Philipp & Ulf Buchsbaum, München
Mit der "Link collection" wollen wir anregen möglichst viele
links zu allen wichtigen für uns interessanten Webseiten zusammenzutragen und diese
Sammlung mehr und mehr zu vervollständigen.
Es wird hiermit also dazu aufgerufen noch nicht aufgeführte Seiten an die Redaktion zu
geben, damit diese in die Liste aufgenomen werden können.
Die vollständige Link-Liste finden Sie unter: Links
Die Autoren freuen sich über weitere Hinweise und Infor ationen zu interessanten Linke zu Websites die für über Südoat-Asien arbeitenden Zoologen von interesse sein können.
Sie können die Webadressen an eine der mails der Autoren schicken:
Kai Philipp: kaiphilipp@s_planet.de
oder
Ulf Buchsbaum: UlfBuchsbaum.Lepidoptera@zsm.mwn.de