Gartenspitzmaus Crocidura suaveolens
Kennzeichen
Kennzeichen
Graubraune Oberseite, weißliche Unterseite. Von der identisch gefärbten Hausspitzmaus nur durch geringere Körpergröße und zierlichere Proportionen zu unterscheiden.
Körpermaße
Kopf+Rumpf 55 – 70 mm; Schwanz 32 – 41 mm; Hinterfuß 10.5 – 12 mm; Gewicht 4 – 7 g.
Lebensraum
Lebensraum
Synanthrop wie die Hausspitzmaus: Im landwirtschaftlich geprägten Siedlungsbereich sowie in Heimgärten von Stadtrandsiedlungen. Überwinterung häufig in Stallungen, Scheunen und Vorratskellern, gelegentlich auch in Wohngebäuden Etwas weniger stark an die Nähe des Menschen gebunden als die Hausspitzmaus. Nach Literaturangaben siedelt die Gartenspitzmaus auch fernab von menschlichen Siedlungen in deckungsreichem Gelände (Weingärten, Ackerränder, Laubwälder, Hecken), aber auch auf Trockenrasenhängen (vgl. SPITZENBERGER 1985).
Verbreitung
Verbreitung in Europa
Die Gartenspitzmaus besiedelt ein Gebiet, das – mit Verbreitungslücken – von der Atlantikküste bis China und Korea reicht. In Europa ist das Areal durch einen breiten Korridor in einen westeuropäischen Teil (W-Frankreich, N-Spanien) und einen ost- bzw. südosteuropäischen Teil getrennt. Im zentralen Mitteleuropa sind Garten- und Hausspitzmaus Lebensraumkonkurrenten und schließen sich in ihrem Vorkommen daher gegenseitig aus, der westliche Arealrand der Gartenspitzmaus fällt zwischen der Ostschweiz und der Odermündung weitgehend mit dem östlichen Arealrand der Hausspitzmaus zusammen.
Verbreitung in Bayern
Parapatrisch mit der Hausspitzmaus, beide Arten schließen sich in Bayern weitgehend aus. Westlicher Arealrand der Gartenspitzmaus entspricht dem östlichen Arealrand der Hausspitzmaus. s. Verbreitungskarte . Keine Nachweise aus den bayerischen Alpen, in grenznahen Gebieten Tirols jedoch bis 1100 m nachgewiesen.
Verbreitung innerhalb des Artareals nicht durchgehend, Areal zersplittert mit ±großen Verbreitungslücken, Populationen zum Teil isoliert.
Bestandssituation
Bestandssituation
Selten. Arealrückzug nach Osten. Lokal aus ehemals besiedelten Gebieten verschwunden und durch die Hausspitzmaus ersetzt (KRAFT 2000).
Rote Liste-Status Bayern
Rote Liste-Status Bayern
Schwäbisch-Fränkisches Schichtstufenland: Gefährdet (3)
Ostbayerisches Grundgebirge: Art der Vorwarnliste (V)
Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten: Art der Vorwarnliste (V)
Voralpines Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und Alpen: Daten defizitär (D)
siehe Rote Liste gefährdeter Säugetiere (Mammalia) Bayerns
Literatur
Literatur
KRAFT, R. (2000): Ehemalige und aktuelle Verbreitung von Hausspitzmaus, Crocidura russula (Hermann, 1780) und Gartenspitzmaus, Crocidura suaveolens (Pallas, 1811), in Bayern. – Bonn. zool. Beitr. 49: 115-129.
SPITZENBERGER, F. (1985): Die Weißzahnspitzmäuse (Crocidurinae) Österreichs. Mammalia austriaca 8 (Mammalia, Insectivora). - Mitt. Abt. Zool. Landesmus. Joanneum 35: 1-40.
