Feldspitzmaus Crocidura leucodon
Kennzeichen
Kennzeichen
Oberseite schiefergrau, Unterseite weiß mit deutlicher Farbgrenze zwischen Ober- und Unterseite. Lange weißliche Borsten am Schwanz. Große, nackte Ohrmuscheln.
Körpermaße
Kopf+Rumpf 54 – 82 mm; Schwanz 28 – 40 mm; Hinterfuß 11 – 13.5 mm; Gewicht 6.5–13 g.
Lebensraum
Lebensraum
Wiesen, Ackerland, Trocken- und Halbtrockenrasen. Allgemein an Plätzen mit niedriger Vegetation und hoher Sonneneinstrahlung. In Bayern ausgesprochene Tendenz zur Siedlungsfolge: Häufig in Heimgärten, Parkanlagen, auf Grünflächen und Sportplätzen, sogar in Großstädten (zum Beispiel München). Nicht selten auch in Wohnhäusern.
Verbreitung
Verbreitung in Europa
Der Alpenhauptkamm bildet für die Feldspitzmaus eine Besiedlungsbarriere und trennt einen mittel- bzw. westeuropäischen Arealteil vom übrigen Verbreitungsgebiet ab, das sich von Italien, dem südöstlichen Österreich und Südmähren aus über die Balkanländer, Vorderasien und die Schwarzmeerregion bis Sibirien erstreckt. Seit etwa 1960 ist an der Westgrenze des mitteleuropäischen Areals ein bemerkenswerter Arealverlust registriert worden: Die Feldspitzmaus verschwand innerhalb weniger Jahrzehnte aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und aus weiten Teilen Westfalens und Niedersachsens. In jüngerer Zeit mehren sich jedoch Anzeichen einer Wiederausbreitung nach Norden und Nordwesten.
Verbreitung in Bayern
Gleichmäßig und nahezu flächendeckend in ganz Bayern verbreitet (außer in klimatisch ungünstigen Lagen der Alpen und der Mittelgebirge).
Bestandssituation
Bestandssituation
Nach Analysen von Schleiereulengewöllen und Registrierung von Sammlungsbelegen (Totfunde, Katzenbeute) in Bayern häufig mit zunehmender Tendenz. Offensichtlich erfährt die Feldspitzmaus eine positive Bestandsentwicklung als Folge der aktuellen Klimaentwicklung, da warme, niederschlagsarme Sommer ihre Vermehrung und Ausbreitung begünstigen. Bestandszunahme und Arealausweitung werden auch aus anderen Bundesländern (Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg) gemeldet (vgl. JASCHKE 1995, VIERHAUS 1997).
Literatur
Literatur
JASCHKE, W. (1995): Zur Ausbreitung und Etablierung von Feldspitzmaus ( Crocidura leucodon [HERMANN 1780] und Gartenspitzmaus ( Crocidura suaveolens [PALLAS 1811] im westlichen Brandenburg. - Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg, H. 4: 33-35.
VIERHAUS, H. (1997): Neue Nachweise der Feldspitzmaus, Crocidura leucodon , aus Westfalen. - Abh. Westf. Mus. Naturkd. 59: 7-10.
