Archiv früherer Veranstaltungen

Verleihung von Wissenschaftspreisen

Siehe auch: Ausstellungen und Sonstige Veranstaltungen

Für die aktuelle Auschreibung siehe die neue Website der Freunde der ZSM e.V.

16. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Am 16. Januar 2015 wurde an der Zoologischen Staatssammlung München zum 16. Mal der R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für zoologische Systematik verliehen. Der mit 5000 EURO dotierte Preis gehört weltweit zu den am höchsten ausgestatten Ehrungen in der Biologie und wird an besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler vergeben.
Die festliche Abendveranstaltung wurde durch eine Reihe von Vorträgen eingeleitet: Der 13. Hintelmann Preisträger des Jahres 2012, Dr. Joachim T. Haug (jetzt in der LMU, München) berichtete von seinen neuesten Entdeckungen bei Krebslarven. Dr. Fabian Haas (Leipzig) berichtete über Forschung und Naturschutz in Kenia. 

Frau Hintelmann mit dem Preisträger, Dr. Husemann. Foto: M. Müller.

Den Hauptvortrag hielt der diesjähriger Preisträger Dr. Martin Husemann (Halle / Saale), wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. R. Paxton in der biowissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther Universität, Biologie / Zoologie, Halle-Wittenberg. 

16. R.J.H. Wissenschaftspreis 20015

Dr. Husemann ist Biogeograph, Ökologe und Evolutionsbiologe. Er hat sich mit den Mechanismen der Artenstehung befasst, mit deren geographischer Verbreitung sowie der Rekonstruktion von Verwandtschaftsverhältnissen zwischen Arten. “Dieser Forschungsansatz ist aktueller als je zuvor, da sich mit den entsprechenden Analysen auch Effekte des Klimawandels auf das Schicksaal heimischer Arten vorhersagen läßt” erklärte Dr. Husemann in seinem Vortrag. Dabei untersucht er so verschiedenartige Organismen wie Buntbarsche und Heuschrecken. “Die Vielfalt an Methoden, an Studiensystemen und  Dr. Husemann’s Produktivität – er kann bereits über 40 wissenschaftliche Veröffentlichungen vorweisen – haben die Kommission überzeugt”, erklärte der Laudator, Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns.
Wie jedes Jahr wurde der Preis im festlichen Rahmen von der Stifterin Frau Elisabeth Hintelmann überreicht, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf diese Art und Weise junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der zoologischen Systematik zu fördern. 

15. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Am 17. Januar 2014 wurde an der ZSM zum 15. Mal der R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für zoologische Systematik verliehen. Preisträger mit Stifterin

Die festliche Abendveranstaltung wurde durch eine Reihe von Vorträgen eingeleitet. Diesjähriger Preisträger was Dr. Fabien Condamine (Paris), ein Experte für die Analyse von Diversifikationsraten sowie ein ausgezeichneter Biogeograph. Sein Steckenpferd: Großschmetterlinge. Herr O. Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sprach freundlicherweise ein Grußwort, wobei er kurz auf die Bedeutung der Käfer(forschung) für unsere heimischen Wälder einging. Die Laudatio für Herrn Dr. Condamine wurde von Dr. M. Balke gehalten, dem Konservator für die Käfer an der ZSM, der bereits mit Dr. Condamine kooperiert.

15. R.J.H.Hintelmann Wissenschaftspreis

Wie jedes Jahr wurde der Preis dann von Frau E. Hintelmann überreicht - ihr gebührt ganz besonderer Dank für ihr langjähriges und außerordentlich großzügiges Engagement.

Siehe auch ZSM Collection Blog...

14. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Die Zoologische Staatssammlung München und ihre Fördergesellschaft haben Herrn Dr. Mark de Bruyn, Bangor University, Wales, U.K., zum Preisträger des 14. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreises nominiert. Die Übergabe des Preises fand in gewohnt festlichem Rahmen am 18. Januar 2013 in der Zoologischen Staatssammlung statt. Herr Dr. Christian Magerl, Mdl, sprach freundlicherweise ein Grußwort, Prof. Dr. G. Haszprunar und Dr. A. Hausmann von der ZSM hielten informative Vorträge. Die Laudatio wurde von Dr. Michael Balke (ZSM) gehalten. Es war eine besondere Feier, da der Preisträger aufgrund von Schlechtwetter in Großbrittanien (und dann auch Norddeutschland) nicht präsent sein konnte. Dr. de Bruyn gesellte sich daher per Videobotschaft zu uns und hielt seinen Vortrag auch per am Nachmittag aufgenommener Präsentation.

HuHDr. de Bruyn ist ein international hochangesehener Experte für tropische Biodiversitätsforschung mit Schwerpunkt Südostasien und Australien. Er hat unter anderem an Süßwassergarnelen geforscht, aber auch an zahlreichen interdisziplinären Forschungsvorhaben mitgewirkt. Sein Streben gilt der Meta-Analyse und Synthese, was aktuell zu einer engen Kooperation mit Wissenschaftlern der ZSM geführt hat.

13. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Die Zoologische Staatssammlung München und ihre Fördergesellschaft haben Herrn Dr. Joachim T. Haug zum Preisträger des 13. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreises nominiert. Die Übergabe des Preises fand in festlichem Rahmen am 13. Januar 2012 in der Zoologischen Staatssammlung statt. Der Ministerialdirigent Dr. Wolfgang Zeitler sprach ein Grußwort. Die Laudatio wurde von Prof. Dr. Dieter Waloßek, aus Ulm gehalten.

HuHKandidaten aus vielen Ländern hatten sich um den öffentlich ausgelobten Wissenschaftspreis beworben, der mit € 5.000,- dotiert ist. Aus ihrem Kreis wurde Herr Dr. Haug von der Kommission der Freunde der ZSM e.V. aufgrund seiner exzellenten Qualifikationen einstimmig ausgewählt.

Herr Dr. Haug ist 34 Jahre alt und stammt aus Göppingen. Er hat in Bielefeld und Würzburg studiert und anschließend an der Universität Ulm mit der Höchstnote “summa cum laude” promoviert. Seine Forschungsrichtung ist eine Kombination aus Entwicklungsgenetik, Larvalbiologie, vergleichender Morphologie, Phylogenetischer Systematik, und Paläobiologie. Einfacher ausgedrückt geht es um die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte der Gliedertiere (Arthropoda), die einen sehr großen Teil der gesamten Artenvielfalt auf der Erde ausmachen. Dabei kommen vielfältige Forschungsansätze zum Einsatz, z.B. die detaillierte Untersuchung von Fossilien, aber auch der Larvalentwicklung und der äußeren Körpermerkmale heute lebender Tierarten. In der Wissenschaftssprache wird diese Forschungsrichtung salopp mit „Evo-devo“ abgekürzt.

hDie im Zuge dieser Forschung erstellten dreidimensionalen Rekonstruktionen von fossilen Krebsen bis hin zu feinsten Details ihrer Mundwerkzeuge und Beine sind von außergewöhnlicher Qualität (siehe Abbildung). Sie ermöglichten letztendlich die Entwicklung von Modellen, die zu einem neuen Verständnis der Evolution der Gliedertiere führen. Aus dieser Arbeit sind bereits zahlreiche Publikationen in renommierten Wissenschaftlichen Journalen hervorgegangen, teilweise in Kooperation mit anderen Wissenschaftlern im Team.

Der verdiente Erfolg blieb nicht aus. Neben diversen Stipendien hat Dr. Haug schon mehrere wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten. Zurzeit forscht er im Rahmen eines Feodor-Lynen-Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Yale Universität in New Haven, U.S.A. Mehr dazu auf seiner Internetseite http://www.palaeo-evo-devo.info/english/about-us/cv-joachim-t-haug/

Verleihung des 13. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreises

Es bleibt zu wünschen, dass dem jungen Wissenschaftler zur rechten Zeit der Rückweg an eine deutsche Universität ermöglicht werde, so dass seine Kompetenz der hiesigen Wissenschaftslandschaft nicht verloren geht.

12. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

ehAm Freitag den 21.01.2011 wurde in der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) der 12. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis an Frau Dr. Marianne Espeland verliehen. Die Preisverleihung fand im gewohnt festlichen Rahmen statt, mit vielen Ehrengästen, Grußworten und musikalischer Umrahmung.

Frau Dr. Espeland hat mit ihren knapp 30 Jahren bereits sehr interessante wissenschaftliche Ergebnisse vorzuweisen. Die aus Norwegen stammende Biologin hat die Köcherfliegen (Trichoptera) Neukaledoniens untersucht. Dabei hat sie nicht nur sehr viele neue Arten entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Sie hat auch gezeigt, daß in Neukaledonien viele Köcherfliegen in Gewässern leben, die wegen ihrer hohen Schwermetallbelastung eigentlich als giftig einzustufen sind. Nachdem die Insekten es geschafft hatten, diese Gewässer zu besiedeln, ist durch die Evolution eine beeindruckende Artenvervielfachung entstanden. Im Sommer wird Frau Dr. Espeland in der Harvard University, Cambridge, USA ein neues Forschungsprojekt über die Schmetterlinge Afrikas beginnen. Ausserdem plant sie verschiedene Kooperationsprojekte mit Kollegen an der ZSM.

In einem weiteren Vortrag demonstrierte Dr. Bernhard Ruthensteiner (ZSM) wie mittels moderner morphologischer Methoden die Anatomie winzigster Tiere dreidimensional rekonstruiert wird. Die Fortschritte, die die zoologische Forschung in den letzten Jahren mittels neuer morphologischer Methoden gemacht hat, sind für das Verständnis der Evolution der Tiere von großer Bedeutung.

Der amtierende Direktor der ZSM Prof. Gerhard Haszprunar ging insbesondere auf die Bedeutung der wissenschaftlichen Sammlungen und zoologischen Forschung im dritten Jahrhundert der Münchner Sammlungsgeschichte ein. Die ZSM begeht in diesem Jahr nämlich ihr 200 jähriges Bestehen. Im Jahre 1811 wurde sie als eigenständige Zoologische Sammlung aus der Akademie der Bayerischen Wissenschaften ausgegliedert. Der erste Direktor war Johann Baptist Ritter von Spix, der in den Jahren 1817 bis 1820 eine viel beachtete Erkundungsreise nach Brasilien unternahm und dessen Sammlungen noch heute einen wichtigen Grundstock der ZSM darstellen.

11. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

RintelenAm 22.1.2010 wurde in der ZSM im Rahmen einer großen Festveranstaltung der 11. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik an Frau Dr. Kristina von Rintelen aus Berlin übergeben. (Foto: Die Preisträgerin mit Frau Hintelmann; weitere Fotos im Webalbum.) Der Staatsminister a. D., MdL, Dr. Thomas Goppel nannte diese Festveranstaltung "einen der Höhepunkte im Jahresprogramm der ZSM".

Der mit 5.000.- Euro dotierte Preis wird in Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen vergeben und soll der Preisträgerin auch die Möglichkeit der Weiterführung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten in Kooperation mit der ZSM erleichtern. Im Rahmen der Preisverleihung wies der Dekan der Fakultät für Biologie, Prof. B. Grothe auf die Bedeutung der Nachwuchsförderung für die aktuelle Forschung in der Systematik hin. An den Universitäten besteht hier oft ein großer Nachholbedarf. Umso erfreulicher ist zum Beispiel der Hintelmann Wissenschaftspreis der ZSM.

KardinalsgarneleDie Preisträgerin ist in Münster geboren und hat eine Tochter. Sie hat in Münster und in Berlin Biologie studiert. In Ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit Schwarzkäfern. Zur Zeit arbeitet sie an einem Forschungsprojekt am Naturkundemuseum in Berlin. Frau von Rintelen berichtete sehr lebendig von ihrer aktuellen Forschung an Süßwassergarnelen in zwei geologisch alten Seensystemen von Sulawesi (Indonesien). In beiden Seen hat eine evolutive Radiation stattgefunden. Die Preisträgerin konnte die ökologische Spezialisierung der kleinen bunten Garnelen eindrucksvoll darstellen. Die Vorderbeine der Harlekin-GarneleGarnelen sind je nach Nahrung zu unterschiedlichen Greifwerkzeugen spezialisiert. In seiner Laudatio lobte der Generaldirektor Prof. Gerhard Haszprunar die Vielseitigkeit der Forschung der Preisträgerin mit der Formulierung: "Sie öffnet Türen in mehrfacher Hinsicht".

In einem weiteren Vortrag stellte Dr. A. Hausmann das aktuelle Projekt "BFB" (Barcoding Fauna Bavarica) der ZSM vor, in welchem von möglichst allen in Bayern vorkommenden Tierarten eine DNA-Sequenz (so genannter "DNA Barcode") erfasst werden soll, die eine eindeutige Erkennung dieser Art ermöglicht. Diese "Bibliothek des Lebens" wird in Kooperation mit Kollegen aus Kanada durchgeführt und es wurden bereits in den ersten 12 Monaten 2.300 Arten erfasst. Durch diese Gen-Analyse der bayerischen Tierarten ergeben sich weitreichende Perspektiven für die weitere Grundlagenforschung, aber auch für viele praktische Anwendungen.

10. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Preisträgerin mit Frau HintelmannAm Freitag, 16. Januar 2009 wurde in der Zoologischen Staatssammlung München der 10. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik  an Frau Dr. Katharina C. Wollenberg aus Braunschweig vergeben. Der mit € 5.000.- dotierte Preis wird von einem achtköpfigen Professorengremium vergeben und  ist von internationaler Bedeutung.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer akademischen Festveranstaltung statt. Die Laudatio für die frisch promovierte Wissenschaftlerin hielt Prof. Dr. Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Neben dem schon früh erworbenen internationalen Renommee der Preisträgerin aufgrund zahlreicher in "Topzeitschriften" erschienener Fachartikel hob er besonders die methodische Vielfalt ihres Forschungsansatzes heraus. Sie umfasst neben klassischer Morphologie, Systematik und Taxonomie auch Ökologie, Evolutionsbiologie und Aspekte des Arten- und Biotopschutzes.

Der Laudator machte darauf aufmerksam, dass nur etwa 10% derjenigen, die heute in der zoologischen Systematik einen Doktortitel erringen und vorhaben, ihre akademische Laufbahn fortzusetzen, letzteres auch wirklich erreichen. Der  Frauenanteil sinke dabei auf unter 20%. Gerade deshalb sei die aktuelle Auszeichnung von größter Bedeutung, denn neben der finanziellen Unterstützung unterstreicht sie auch die fachliche Qualifikation der Preisträgerin, was sich förderlich für die künftige Karriere auswirken kann. Nach der von der Stifterin Elisabeth Hintelmann persönlich vorgenommen Preisverleihung würdigte Dr. Thomas Goppel, MdL, Staatsminister a. D. für Wissenschaft, Forschung und Kunst in seinem Grußwort das "beispielhafte Mäzenatentum" der Stifterin mit anerkennenden Worten.Boophis luteus

Die in Zweibrücken gebürtige Preisträgerin hat in Mainz studiert, wo sie 2005 ihre Diplomarbeit über den Pfeilgiftfrosch Dendrobates tinctorius anfertigte. Seitdem hat sich die heute an der Universität Braunschweig tätige Zoologin ganz der Erforschung der Froschlurche gewidmet, wobei sie sich zunehmend auf die Evolution der Frösche Madagaskars spezialisiert hat. In ihrem Fachvortrag beschrieb sie Madagaskar als einen "Evolutions-Hotspot". Scaphiophryne spinosaAlle 272 madegassischen Froscharten, die aktuell in Ihrer Arbeit berücksichtigt sind, kommen ausschließlich auf Madagaskar vor - sind also "endemisch". Etliche davon sind für die Wissenschaft neu und noch unbeschrieben, haben also noch keinen endgültigen Namen. Während manche ausgesprochen bunt und einzigartig sind, lassen sie sich andere teilweise nur anhand ihrer Rufe oder ihres genetischen Codes unterscheiden. Interessanterweise fand die Forscherin die größte Artenvielfalt in den Regionen, die auch die größten Höhendifferenzen und damit verbunden ein reich strukturiertes Gelände aufweisen.  So lassen sich anhand der Ergebnisse auch Rückschlüsse auf generelle Evolutionsmechanismen ziehen.

Anlässlich der Verleihung des 10. Hintelmann Wissenschaftspreises wurde eine Jubiläumsschrift erstellt (PDF zum Download, 5,5 Mb).

9. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Foto des Preisträgers mit Frau HintelmannDer Spanier Dr. José M. Padial wurde für seine herausragenden und zum größten Teil in renommierten Fachzeitschriften veröffentlichten Forschungsarbeiten an Wirbeltieren ausgezeichnet. Das breite zoologische Interesse des 1977 geborenen Forschers offenbart sich unter anderem aus seiner umfangreichen Publikationsliste, die in erster Linie Studien zur Systematik, Phylogenie und Bioakustik von Fröschen im tropischen Südamerika umfasst.

Darüber hinaus hat er sich intensiv der wenig erforschten Amphibien- und Reptilienfauna in den Halbwüsten Mauretaniens gewidmet. Das Spektrum seiner Themen reicht bis hin zu Untersuchungen an spanischen Steinmardern und Wölfen und der Wiederansiedlungsproblematik von Geiern. Foto von Saluputium sp.Besondere Aufmerksamkeit haben seine aktuellen, übergreifenden Beiträge zur Situation der Taxonomie und zum Thema „taxonomische Inflation” erfahren. Er hat an der Universität von Granada, aber auch in Heidelberg und Freiburg studiert und arbeitet derzeit am Museo Nacional de Ciencias Naturales in Madrid.

8. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Frau Hintelmann mit der Preisträgerin

Frau Dr. Anna Hundsdörfer wurde als echtes „Christkindl” am Weihnachtstag 1975 in Mainz geboren. Aufgrund der beruflichen Aufgaben ihres Vaters, der als Afrikanologe im Bildungswesen tätig war, verbrachte sie Ihre Schulzeit bis zum Beginn ihres Studiums in Afrika, vor allem in Swaziland und in Südafrika, wo sie im Nov. 1994 ihr Abitur an der Deutschen Schule in Pretoria ablegte. Ihr Biologiestudium absolvierte Frau Dr. Hundsdörfer an der Univ. Regensburg, die Diplomarbeit wurde 1999/2000 extern am Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Heidelberg über Hyles dahlii„Molekulare Phylogenie der Rüsselkäfer” angefertigt. Am gleichnamigen Institut hat sie dann 2001-2005 auch bei Prof. Dr. Michael Wink ihre Dissertation „Molekulare Phylogenie und chemische Ökologie des Hyles euphorbiae-Komplex (Lepidoptera: Sphingidae)” durchgeführt. Letztere wurde im Sept. 2005 von der Gesellschaft für Biologische Systematik (GfBS) mit dem Bernhard-Rensch-Preis ausgezeichnet. Derzeit arbeitet sie im Molekularen Labor am Tierkundemuseum in Dresden.Hyles tithymalii-Larve

Frau Dr. Hunddörfer ist eine weit gereiste Vollblut-Biologin, die interdisziplinär sehr erfolgreich über die Evolution und Phylogenie der Nachtschwärmergattung Hyles (Sphingidae) gearbeitet hat, ihre Publikationen erfüllen dabei höchste Ansprüche. Sie hat ergänzend dazu auch anspruchsvolle Untersuchungen mit den sekundären Naturstoffen (Phorbolester) von Pflanzen der Gattung Euphorbia (Wolfsmilch) durchgeführt. Man hatte schon immer vermutet, dass diese giftigen Phorbolester für die Warntracht der gefärbten Raupen von Hyles von Bedeutung sind, allerdings gedacht, dass die Schmetterlingsraupen diese Inhaltsstoffe einlagern, um sich dadurch zu schützen. Demgegenüber konnte Frau Hundsdörfer zeigen, dass die Gifte nicht im Gewebe gespeichert werden, sondern das Darmsystem weitgehend unverändert durchwandern und dadurch direkten Schutz vor Räubern gewähren - der Darm füllt einen Raupenkörper weitgehnd aus. Die Raupen scheinen ihren chemischen Schutz aber noch zusätzlich zu erhöhen, dass sie im Falle einer Attacke etwa durch Vögel ihren Angreifern giftigen Pflanzenbrei entgegen spucken. In letzter Zeit hat Frau Hundsdörfer auch basale Krebsgruppen (Notostraca: Triops und Verwandte) bearbeitet.

Neben ihrer erstklassigen wissenschaftlichen Leistung, die molekulare Phylogenie mit chemischer Ökologie integrativ kombiniert, hat sich Frau Dr. Hundsdörfer auch dadurch ausgezeichnet, dass sie als Leiterin der Arbeitsgruppe „Junge Systematiker” der GfBS viel für die Weiterbildung der jungen Kolleg/innen getan hat - dies in der für alle Forschungskarrieren so kritischen PostDoc-Phase. Es bleibt zu hoffen, dass der 8. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis die Karriere unserer Preisträgerin fördern und zu einem erfolgreichen Abschluss (d.h. einer Festanstellung im Forschungsbereich) beitragen kann.

7. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Frau Hintelmann mit Dr. Grebennikov Am 20. Januar 2006 wurde der 7. R.J.H. Hintelmann- Wissenschaftspreis an Herrn Dr. Vasily V. Grebennikov verliehen. Dr. Grebennikov stammt aus Russland, hat dort studiert, und hat in verschiedenen europäischen Ländern, in Kanada, den USA, in Südafrika und Australien gearbeitet, mehrfach auch über längere Zeit. Inzwischen ist er wieder in Kanada, wo er am "Quarantine Entomology Laboratory" der "Canadian Food Inspection Agency" in Ottawa arbeitet.

Kaeferlarven Herr Dr. Grebennikov wurde von der Kommission einstimmig als Preisträger bestimmt wegen seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung der Systematik der Coleoptera unter besonderer Berücksichtigung der Larvenstadien. In der Laudatio schrieb Dr. M. Baehr (Leiter der Sektion Coleoptera) unter anderem: "Das eigentlich Interessante und, wie ich glaube, auch besonders Zukunftsweisende an Grebennikovs Arbeit scheint mir aber die Vereinigung von morphologischen und molekularbiologischen Methoden zu sein, die er anstrebt. Dadurch könnten unter anderem auch die Schwierigkeiten der Zuordnung von Larven und Imagines wenn nicht ausgeräumt, so doch vermindert werden."

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in der Zoologischen Staatssammlung statt, bei der unter den ca. 200 Gästen viele Kollegen aus den Universitäten, Herr Regierungspräsident Dr. Weidinger, eine Delegation aus der Spix Geburtsstadt Höchstadt an der Aisch, und zwei frühere R.J.H. Hintelmann-Wissenschafts Preisträger anwesend waren.

Für weitere Information über den Dr. Grebennikov auf seiner Homepage.

6. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Verleihung des Preises

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Festveranstaltung wurde am Freitag den 14.01.2005 in der Zoologischen Staatssammlung der 6. R. J. H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik verliehen. Mit Dr. Verena Häussermann erhielt erstmals eine Frau und auch erstmals eine ehemalige Studentin der Ludwig-Maximilian-Universität in München, den begehrten und mit 5000,- Euro dotierten Preis. Die Preisträgerin wurde von einer Fachjury als beste unter zahlreichen internationalen Bewerbern auserkoren. Sie wurde für ihre exzellente wissenschaftliche Forschung über die Seeanemonen Chiles ausgezeichnet, die sowohl eine umfassende Inventur der beträchtlichen lokalen Biodiversität, als auch Grundlagen für entsprechende Bestimmungsschlüssel umfasst.

Actinostola

"Verena Häussermann ist die idealistischste, engagierteste und fähigste Jungsystematikerin die ich kenne" eröffnete Dr. Michael Schrödl von der ZSM seine Laudatio. Er lobte den immensen Arbeitseinsatz, aber auch die beträchtlichen persönlichen und finanziellen Opfer, mit denen die Preisträgerin als Studentin ihre Forschung durchsetzte. Anekdotisch schilderte er ihre strapaziösen und abenteuerlichen Exkursionen mit Geländewagen und schwerer Tauchausrüstung entlang der über 4000km langen Küste Chiles, bei denen sie es als junge, ganz auf sich gestellte europäische Frau nicht immer leicht hatte. Trotzdem erreichte sie das selbst gesteckte Ziel. Mit besten Noten absolvierte sie Diplom und Promotion, und hat heute ihren "Traumjob" als Direktorin der meeresbiologischen "Hiunay Scientific Field Station" in Chile. Hier setzt sie sich intensiv für den Schutz der Natur und für die Einrichtung des ersten meeresbiologischen Nationalparks Chiles ein.

5. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik

Siehe dazu auch diesen Bericht.

Am Freitag den 9. Januar 2004 wurde in der ZSM der 5. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik der Preis zum fünften Mal vergeben, die Preissumme jedoch durch die private Stifterin auf 5000,- Euro verdoppelt. Der Preis wurde international ausgeschrieben und es sind viele geeignete Bewerbungen und Vorschläge aus 10 Ländern eingegangen. Der Preisträger wurde durch ein Gremium mit acht Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen einstimmig bestimmt.

Dr. Shen-Horn Yen Der diesjährige Preisträger ist Dr. Shen-Horn Yen aus Taiwan. Dr. Yen wurde ausgewählt, weil er trotz seines noch jungen Alters von 32 Jahren schon mehr als 60 hochwertige wissenschaftliche Arbeiten über die Systematik von Schmetterlingen publiziert hat. Viele seiner Publikationen sind in international bekannten und renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen.

Dr. Yen hat in Taiwan studiert und mit einem Master of Science (entspricht unserem Diplom) abgeschlossen. In den letzten Jahren hat Herr Yen im Imperial College in London eine Doktorarbeit über eine tagaktive Gruppe von Nachtschmetterlingen, die Chalcosiinae, gemacht, die viele interessante Formen von Mimikry zeigt und mit vielen bunt gefärbten Arten in Südostasien vorkommt. Herr Dr. Yen hat auch schon eine Reihe von neuen Schmetterlingsarten von Taiwan beschrieben und Expeditionen nach China, Indonesien, Japan, Vietnam und Thailand unternommen.  Herr Dr. Yen hat nicht nur über verschiedene Themen zur Systematik und Lebensweise von Schmetterlingen, sondern auch über botanische Themen gearbeitet und publiziert. Seine Vielseitigkeit wird darüber hinaus dadurch unterstrichen, dass er ein voll ausgebildeter  Musiker (Klavier und Violine) ist.  Die ZSM hat seit einigen Jahren eine fruchtbare Kooperation  mit Wissenschaftlern aus Taiwan, die durch diese Preisverleihung sicher neue Impulse bekommen wird. Herr Yen hat natürlich auch Material aus der ZSM untersucht.

Die Preisverleihung erfolgte am 9. Januar 2004 im Rahmen eines Festaktes in der ZSM, bei dem u.a. Herr Professor Gerhard Haszprunar, der Direktor der ZSM, über die Entwicklung der Zoologischen Systematik und Ministerialdirektor Dr. Wolfgang Quint vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zum Thema “Wissenschaft zwischen Phantasie und Sparzwängen” sprach.

Im Rahmen der Festveranstaltung sprach auch Herr Tsing-Min Chao von der Taiwan Vertretung ein Grußwort und es wurden Informationen über die vielfältige Natur der Insel ausgestellt.  Außerdem hielt Herr Dr. Michael Schrödl, Leiter der Sektion Mollusca der ZSM,  einen Vortrag mit dem Titel „Leben unter dem Eis“ über meeresbiologische Expeditionen in der Antarktis und stellte damit ein Gebiet der aktuellen Forschungen der ZSM vor.

Die Stifterin des Wissenschaftspreises, Frau E. Hintelmann mit dem Preisträger

Die Stifterin des Wissenschaftspreises, Frau E. Hintelmann mit dem Preisträger.

4. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis 2003

Am Freitag den 10. Januar 2003 wurde in der Zoologischen Staatssammlung der 4. R. J. H. Hintelmann-Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik verliehen. Der Preis ging an Dr. Michael Balke für seine umfangreichen Forschungsarbeiten zur Systematik und Evolution von Wasserkäfern. Zahlreiche Prominente und andere geladene Gäste waren beim Festakt anwesend. Der Prorektor der Universität, Dr. W. Schubö, würdigte die Bedeutung des Preises.

Dr. M. Balke und Frau E. Hingelmann Der Preisträger, ein gebürtiger Berliner, der zurzeit im Rahmen eines Marie Curie Stipendiums der EU am Natural History Museum in London forscht, ist 35 Jahre alt.  Er war aber bereits 8 mal in Neu Guinea und hat über 100 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Vor kurzem hat er zusammen mit anderen Autoren eine neue Wasserkäferfamilie entdeckt und beschrieben. Mut und Eigeninitiative wurden als für derartige Leistungen unabdingbare Eigenschaften besonders hervorgehoben. Die Mäzenin Elisabeth Hintelmann betonte die Bedeutung des zu Ehren ihres Mannes gestifteten und mit 2500,- Euro dotierten Wissenschaftspreises zur Förderung der Karrieren besonders begabter junger Forscher in der Systematischen Zoologie.

3. R.J.H. Hintelmann-Wissenschaftspreis 2002

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Festveranstaltung hat die Zoologische Staatssammlung München und ihr Freundesverein am 11. Januar 2002 vor einem großen Publikum Themen ihrer Forschung vorgestellt und den 3. R. J. H. Hintelmann Wissenschaftspreis für Zoologische Systematik, der mit 2500,- Euro dotiert ist, vergeben.

Der Preisträger Dr. Jörg Spelda aus Stuttgart wurde unter einer Vielzahl von Bewerbern von einer wissenschaftlichen Kommission als Preisträger nominiert. In seiner Laudatio wies Prof. Dr. Ludwig Beck vom Staatlichen Museum Karlsruhe auf die Bedeutung der taxonomischen und faunistischen Forschungen von Dr. Spelda über verschiedene Insekten und Tausendfüßer hin. Dr. Spelda illustrierte in seinem lebendigen Vortrag die verkannte Tiergruppe und stellte interessante Höhepunkte seiner Arbeiten vor. Zuvor hatte Dr. Kraft aus der Zoologischen Staatssammlung über Phänomene der Verbreitung von Kleinsäugern berichtet und ähnliche Verbreitungsmuster in Bayern und den Alpen aufgezeigt, wie sie auch Dr. Spelda bei den Tausendfüßern erforscht hatte. Prof. Thomas Heinzeller, der Präsident der Freund der ZSM, wies auf die kulturelle Bedeutung der vorgestellten Forschung hin. Der Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Miller, der eigens aus Bonn angereist war, betonte die Bedeutung dieses Preises, der in der Zoologischen Systematik einmalig ist.

Unter den über 250 Gästen waren Regierungspräsident Dr. Weidinger, viele Kollegen aus den Universitäten, Vertreter der Fachgesellschaften, sowie Frau Dr. Kirste als Vertreterin des Wissenschaftsministeriums und eine Delegation aus Höchstädt an der Aisch - der Ritter von Spix Stadt - mit ihrem Bürgermeister.

J. Spelda und Frau E. Hintelmann

Der Preisträger Dr. J. Spelda mit der Stifterin des Preises Frau E. Hintelmann. Foto: M. Müller.

2. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis 2001

Mathias Jaschof und Frau Hintelmann Der zweite Preisträger des neuen Wissenschaftspreises ist Herr Dr. Mathias Jaschhof aus Greifswald. Er hat in Deutschland, Schweden und Japan Holzmücken (Cecidomyiidae, Lestremiinae) untersucht. Wie Frau Dr. Kotrba in Ihrer Laudatio ausführt ist er "der zur Zeit einzige Holzmückenspezialist der Welt". Er hat unter anderem eine Revision der holarktischen Lestremiinae vorgelegt. Darin hat er "mit einem taxonomischen Sumpf von Synonymien aufgeräumt von den 532 vorher nominell existierenden Arten blieb dabei gerade mal die Hälfte an guten, also wirklich wissenschaftlich voneinander abgrenzbaren Arten übrig. Dafür kamen 55 neue dazu, die vorher noch unbekannt gewesen waren", so Frau Kotrba in ihrer Laudatio.

Mücke In seiner Rede bei der Preisverleihung am 12.1.2001 in der ZSM hat er unter anderem über seine Erforschung der Holzmücken in Japan berichtet: "Nach eineinhalb Jahren des Mückensammelns, Präparierens und Bestimmens mußten wir die praktischen Arbeiten abbrechen, damit ich erste Ergebnisse und den Abschlussbericht zu Papier bringen konnte. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits 326 Holzmücken-Arten identifiziert. Um diese Vielfalt richtig einordnen zu können, muss man wissen, dass aus der gesamten Holarktis, also der tiergeographischen Region, die Nordamerika, Europa und weite Teile Asiens umfasst, bisher insgesamt nur 363 Arten bekannt waren. Na gut, wird mancher sagen, ein toller faunistischer Kenntniszuwachs aus einem bisher halt ungenügend erforschten Raum. Aber: unter diesen 326 in japanischen Wäldern gefundenen Arten waren nicht weniger als 222, die der Wissenschaft bislang unbekannt sind. (...) Viel schwerer wiegt, dass wir die Formenvielfalt der Holzmücken offensichtlich erst in einem so geringem Maße erfasst und dokumentiert haben, dass z. B. die Analyse der Beziehungen zwischen großen Verwandtschaftsgruppen momentan im Grunde nicht mehr als Selbstzweck ist. Was heute zuallererst zu leisten ist, ist beschreibende Basisarbeit, und zwar in einem solchen Maße, wie es die taxonomische Forschung in anderen Fliegengruppen vor 20, 50 oder 100 Jahren erlebt hat. Allein die Resultate aus dem Japan-Projekt reichen aus, dieser Insektengruppe ein neues Gesicht zu geben."

1. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreis 2000

Der erste Preisträger des neuen Wissenschaftspreises ist Herr Dr. Mark-Oliver Rödel vom Biozentrum der Universität Würzburg, der aus einer Vielzahl von Bewerbern von einer wissenschaftlichen Kommission als Preisträger für seine systematisch-taxonomischen und ökologischen Untersuchungen an afrikanischen Amphibien ausgewählt wurde. In seinem schriftlichen Grußwort hob der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Herr Minister Hans Zehetmair, hervor, dass “mit dem ersten Preisträger [...] die Gewähr gegeben scheint, dass der R.J.H.-Hintelmann-Wissenschaftspreis sich im wissenschaftlichen Kreis der systematischen Zoologie auch durch das hohe wissenschaftliche Niveau der durch ihn Geförderten einen guten Ruf erwerben wird.”

Mark-Oliver Rödel

In seiner Rede bei der festlichen Preisverleihung am 14.1.2000 in der ZSM berichtete Herr Dr. Rödel über die erstaunliche Vielfalt der westafrikanischen Froschlurche. Dieser Teil der Tropen galt bislang als vergleichsweise artenarm und - was die ökologischen und biologischen Strategien von Fröschen anbelangt - als wenig divers. Der Preisträger konnte mit seinen vielfältigen Forschungen nachdrücklich zeigen, dass weder das eine noch das andere den Tatsachen entspricht, sondern lediglich Ausdruck großer Forschungsdefizite war. Herrn Dr. Rödel gelang es in einer Vielzahl von Publikationen in angesehenen Fachzeitschriften zu zeigen, dass die westafrikanische Amphibienfauna zu den artenreichsten dieser Erde gehört. In seinem Vortrag stellte er nicht nur herausragende Beispiele dieser Tiergruppe dar, sondern legte besonderen Wert darauf, den Zusammenhang zwischen Taxonomie, Morphologie und ökologischen Strategien zu verdeutlichen. So wurde dem zahlreich erschienenen Publikum ein sehr lebendiges Bild vom Leben und Überleben afrikanischer Frösche in Savannen und Regenwäldern präsentiert.