Archiv frühere Veranstaltungen
Sonstige Veranstaltungen
Siehe auch: Ausstellungen und Wissenschaftspreise
Auf dieser Seite stellen wir Ihnen in loser Folge verschiedene Veranstaltungen der Freunde der ZSM der letzten Jahre vor. Leider ist diese Zusammenstellung bei weitem nicht vollständig, aber wir wollen Sie in Zukunft weiter ausbauen.
Veranstaltungen zum Darwin Jahr
Im Jahr 2009 wurde allenthalben des 200sten Geburtstages von Charles Robert Darwin und des 150sten Jahrestages der Herausgabe seines epochalen Buches "On the Origin of Species by Means of Natural Selection ..." gedacht. Seit dem Erscheinen dieses Werkes am 24. November 1859 ist die Evolutionstheorie nicht nur in der wissenschaftlichen Diskussion allgemein präsent, sondern hat auch wesentlichen Einfluss auf unser Weltbild. Darwins Buch war schon am Erscheinungstag ausverkauft und gleich nach dem Erscheinen wurden verschiedenste Rezensionen publiziert. Heute, nach weiteren 150 Jahren der Forschung, gilt mehr denn je die viel zitierte Aussage von Theodosius Dobzhansky aus dem Jahre 1973 "Nichts in der Biologie ergibt einen Sinn außer im Licht der Evolution." Dies gilt natürlich auch in besonderer Weise für die wissenschaftliche Arbeit an der ZSM.
Die ZSM begann das Darwin Jahr mit der Festveranstaltung "Darwins Urenkel - neue Antworten auf alte Fragen" zur Verleihung der 10. R.J.H. Hintelmann Wissenschaftspreises und beging es mit mehreren einschlägigen Vorträgen über Evolution.
Im November fand eine Festveranstaltung statt mit einem Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Haszprunar (Direktor der ZSM) und Thomas Hücherig (kath. Theologe, Dachau): "Evolution ist Schöpfung ist Schöpfung Evolution?" mit anschließender Diskussion. Die lebhafte Diskussion in dem vollbesetzten Hörsaal und beim anschließenden Sektempfang zeigte, wie wichtig und interessant eine offene Auseinandersetzung zwischen naturwissenschaftlichen und theologischen Themen ist.
Prof G. Haszprunar und T. Hücherig bei der Podiumsdiskussion im Hörsaal der ZSM.
An diesem Abend wurden erstmals Original Briefe von Charles R. Darwin, die im Besitz der Zoologischen Staatssammlung München sind, ausgestellt. In diesen Briefen bedankt sich Darwin für die Zusendung von zwei Büchern des Mediziners und Entomologen Georg Karl Maria Seidlitz (geb. 1840 in Petersburg, gest. 1917 in Irschenhausen bei München) und geht auf deren Inhalt ein. Die Briefe sind offensichtlich 1918 zusammen mit der Käfersammlung des in der Nähe von München verstorbenen Seidlitz an die ZSM gekommen.
Briefe als pdf zum herunter laden
Fahrt nach Höchstadt an der Aisch
Die Freunde der ZSM haben im September 2009 einen Wochenendausflug in die Spix Stadt Höchstadt an der Aisch unternommen. Höchstadt im Aischgrund ist die Geburtsstadt des Begründers der Zoologischen Staatssammlung München, Ritter von Spix. Zwischen der ZSM und Höchstadt besteht seit langem eine für beide Seiten fruchtbare Kooperation.
Der Aufenthalt in Höchstadt hatte einen überraschend schönen und angenehmen Beginn mit dem Besuch der Hauptschule, in deren Kantine die Gäste ein hervorragendes Mittagessen serviert bekamen. Der Direktor der Hauptschule, eine der Lehrerinnen und die Schüler konnten den Münchener Gästen ein sehr positives Bild von ihrer Schule vermitteln.
Nachmittags wurden die Münchner durch die historische Altstadt geführt und erhielten die Geschichte lebendig vorgeführt. Auch die beiden sehr liebevoll eingerichteten Museen, das Heimatmuseum im Storchenrathaus und das Spix-Museum im Geburtshaus des großen Sohnes der Stadt gaben interessante Einblicke in die Geschichte von Höchstadt.
Abends wurden wir in den Karpfenstuben der Fortuna Kulturfabrik über die Karpfenzucht informiert und erhielten bei Musik und Spieleinlagen beste Karpfen und andere Fischspezialitäten im vergnüglichen Rahmen.
Auch am nächsten Tag wurden die Münchner in der nahe liegenden historischen Fischanlage in Neuhaus über das Jagd und Fischereiwesen informiert und konnten die Teichanlagen des Naturschutzgebietes Mohrhof besichtigen. Stets wurden wir von den fachkundigen und geduldigen Höchstädtern geführt, und auf das beste betreut.
Im Namen der Freunde der ZSM und der mitgereisten Freunde des Botanischen Gartens München-Nymphenburg möchten wir uns bei allen Höchstädtern herzlich für die große Gastfreundschaft bedanken. Frau A. Pillukat aus der ZSM gebührt besonderer Dank für die perfekte Organisation.
Bilder vom Ausflug der "Freunde der ZSM" nach Höchstadt sehen Sie nach Anklicken des Bildes
Verleihung der Ritter von Spix Medaille
an Prof. Dr. Zoltán Varga (Debrecen, Ungarn)
April 2008
Der Preisträger Herr Prof. Dr. Zoltán Varga aus Debrecen, Ungarn ist ein international bekannter Schmetterlingsspezialist, der der ZSM eine umfangreiche Sammlung wertvoller Eulenfalter (Noctuidae) geschenkt hat und seit vielen Jahren wissenschaftlich mit der ZSM zusammenarbeitet. Prof. Varga hat etliche Forschungsreisen in die Gebirge von Zentralasien unternommen um die dortige Schmetterlingsfauna zu untersuchen. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen hat er auch hervorragende Aquarelle und Zeichnungen gemacht, die in einer Sonderausstellung der ZSM ausgestellt wurden. Prof. Varga hat auch viele Insektenbücher herrlich illustriert.

Bei der Festveranstaltung war auch eine Delegation aus Höchstadt/Aisch, der Geburtsstadt des Ritters von Spix, unter den vielen Gästen. Neben Grußworten und einer Laudatio sprachen der Generaldirektor der Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns Prof. Dr. G. Haszprunar über die "Neue Dimension unserer Schmetterlinge" und Prof. Schönitzer berichtete über seine Entomologische Expedition in Pakistan. Prof. Haszprunar stellte das neu mit einer Kompaktanlage versehene Schmetterlingsmagazin der ZSM offiziell vor. In dem neu umgebauten Magazin ist nun Platz für ca. 50.000 Schmetterlingskästen.

Kranzniederlegung am Grab von Johann Baptist Ritter von Spix am 13. Mai 2006
Mit einer Kranzniederlegung hat die Stadt Höchstadt, die Bayerische Akademie der Wissenschaften sowie die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) und ihr Förderverein den großen Münchner Zoologen Johann Baptist Ritter von Spix geehrt, der vor 225 Jahren geboren wurde und dessen Todestag sich am 13. Mai zum 180. Mal gejährt hat.

Foto: Kranzniederlegung am alten Südlichen Friedhof in München. Bürgermeister Brehm, Dr. K. D. Reinartz (Vorsitzender des Spix Vereins), Walter Huber (Träger der Spix-Medaille), Prof. R. Bulirsch (Bayer. Akademie d. Wissenschaften), Hr. Fiederling (Sparkasse Höchstadt) (von rechts nach links). Foto: Reinartz
Am Grab von Spix im Alten Südlichen Friedhof in München sprachen Gerald BREHM, Oberbürgermeister der Stadt Höchstadt a.d. Aisch, ferner der Sekretär der Mathematisch Naturwissenschaftlichen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Prof. Dr. Roland BULIRSCH sowie in Vertretung der Zoologischen Staatssammlung und ihres Fördervereins Prof. Dr. Thomas HEINZELLER. Aus Höchstadt waren nahezu einhundert Bürger in zwei großen Reisebussen angereist.
Die Gäste aus Höchstadt wurden mittags in der ZSM bewirtet und es wurden am Nachmittag zwei öffentliche Vorträge in der ZSM gehalten, zu denen auch viele Gäste aus München gekommen waren. Prof. K. SCHÖNITZER referierte über "Ritter von SPIX und die ZSM". Er stellte dabei die Bedeutung des ersten Münchner Zoologien und Gründer der jetzigen ZSM im geschichtlichen Zusammenhang dar. Dr. J. DILLER berichtete über "Panguana Regenwald Forschung zwei Jahrhunderte nach SPIX". Sie berichtete über die Expeditionen von Mitarbeitern der ZSM der letzten Jahre in den Amazonas Regenwald von Peru.
Der Münchner Beutelwolf wurde restauriert
Im Jahr 2002 wurde unser Beutelwolf, eines der wertvollsten Präparate der ZSM, restauriert. Die Dermoplastik, die 1870 für die Sammlung erworben wurde, hatte durch unsachgemäße Aufbewahrung in zu feuchten Räumen in der Vergangenheit stark gelitten. Da die Haut als Folge der im 19. Jahrhundert üblichen Alaungerbung noch Restsäure enthielt, hätte eine komplette Umarbeitung mit Abnahme des Felles und Herstellung eines neuen Kerns die Zerstörung des Stückes mit sich bringen können. So konnte das Stück nur "von außen" repariert werden: Dabei wurde die instabile Grasfüllung von der geöffneten Bauchnaht her mit Spachtelmasse verfestigt und so der ganze Körper stabilisiert. Zahlreiche, zum Teil klaffende Risse wurden geschlossen und vernäht, lose Haut- und Fellstücke wieder angefügt. Der Kopf konnte abgenommen und mittels einer eingearbeiten Kunststoffform völlig neu gestaltet werden.
Besonders das naturgetreu gestaltete "Gesicht" und die wiederhergestellten Ohrmuscheln sind dafür verantwortlich, dass das Präparat nun den Nimbus eines altertümlichen Stopfpräparates verloren hat und eine in Anbetracht seines Alters und seiner wechselvollen Museumsgeschichte durchaus ansprechende Dermoplastik darstellt. Die Restaurierung wurde in 2-monatiger Arbeit von einem international anerkannten Spezialisten aus Kapstadt/Südafrika durchgeführt. Ein großer Betrag wurde von den "Freunden der Zoologischen Staatssammlung München e.V." übernommen, einen Teil der Kosten übernahmen die "Freunde des Museums Mensch und Natur". Darüber hinaus bedanken wir uns herzlich für eine großzügige Spende der Stadtsparkasse München und einem privaten Spender.
Seit 23. Juli 2003 gibt das Stück im Münchner Museum "Mensch und Natur" zusammen mit dem Quagga und anderen ausgestorbenen Säugetieren Zeugnis von der Ausrottung von Tierarten durch den Menschen.
Ritter-von-Spix-Denkmal in Höchstadt an der Aisch
Am 26.6.2003 wurde im Zentrum von Höchstadt an der Aisch ein Denkmal des Ritters von Spix enthüllt. Dieses Denkmal erinnert an den berühmten Zoologen, der aus Höchstadt stammt und durch seine Brasilien-Expedition 1817 bis 1820 den Grundstein für die Sammlungen der Zoologischen Staatssammlung München legte. Er wird auf dem Denkmal ausdrücklich als erster Direktor der jetzigen Zoologischen Staatssammlung München bezeichnet.
Aus der Ansprache von Herbert Fiederling (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse):
Ritter von Spix ist an Hand alter Portraits und in der Bekleidung seiner Zeit dargestellt. Die Figur ist an eine Mauer gelehnt. Die Mauer korrespondiert mit den Steinen des alten Rathauses. Auf der Schulter des Wissenschaftlers hockt ein Amazonas-Papagei, der den Namen seines Entdeckers trägt. Spix betrachtet durch die Lupe ein Vogelei; der Spix-Ara verfolgt interessiert den Blick von Spix, ebenso aufmerksam das Ei beobachtend.

Prof. Dr. Ernst Josef Fittkau, der frühere Direktor der Zoologischen Staatssammlung München sprach bei der Denkmalsenthüllung, zu der eine Delegation von Wissenschaftlern aus der ZSM gekommen war, ein Grußwort.
Der Künstler, Helmut Kunkel, Herbert Friederling von der Kreissparkasse Höchstadt, Landrat Eberhard Irlinger, Bürgermeister Gerald Brehm (von links nach rechts).
Der Künstler, Helmut Kunkel, hat das Denkmal in einem Begleittext sehr schön beschrieben. Er sagt: Dargestellt ist eine sinnbildliche Szene über die Verantwortung der Wissenschaft, über Herkunft, Zeit und Gedenken. Zum einen Gedenken an den Forschungsreisenden und Gelehrten, zum anderen an den kürzlich in der freien Wildbahn ausgestorbenen Spix-Ara. So steht das Vogelei, auf das sich beider Konzentration richtet, für die eigene Herkunft, für Entdeckung von Leben und Geburt. Genauso steht es aber auch für Zerbrechlichkeit und für Rückbesinnung auf 'altes' wissenschaftliches Denken und Forschen, das an der neuen zivilisierten Welt gescheitert ist. Angesichts der Tatsache, dass Wissenschaftler heute z. B. Hühner ohne Federn für die Geflügelindustrie züchten, möchte ich mit der gemeinschaftlichen Mensch-Tier-Allegorie an Spix erinnern, als einen Vertreter einer naturbegeisterten Wissenschaft, an einen Mann, der seinerzeit die unvorstellbare Strecke bis zum Ufer des Amazonas überwand, um zu sammeln und seine Erfahrungen für die Welt zu dokumentieren.
Dass der von ihm entdeckte Spix-Ara ihn in freier Natur nur um Weniges überlebt hat, ist Grund genug, beiden dieses Denkmal zu widmen - und den Blick durch die Lupe wachsam auf ein Ei zu richten, aus dem vielleicht noch etwas schlüpfen wird.