Herbst-Kunstausstellung 2005

Pferdemensch Volumen und Kontur - Meeting Contrasts

10. Nov. 2005 bis 9. Dez. 2005

Zur Ausstellung ist ein durchgehend farbig bebildertes Begleitbuch erschienen.

Siehe dazu auch eine Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Zwei Künstler aus Israel, die Bildhauer und zugleich Insektenforscher sind, zeigten moderne Plastiken und eigens für diese Austellung neu geschaffene Zeichnungen: Yaacov Dorchin und Yosef Schlein. Die Plastiken, vor allem aus Holz und Stahl, die  für diese Ausstellung nach München transportiert wurden, sind kraftvolle, teils abstrakte Auseinandersetzungen mit Tieren, Menschen und Fabelwesen.
Mediterrane Landschaft von Dochin Darüber hinaus wurde in der Ausstellung die langjährige Zusammenarbeit der Zoologischen Staatssammlung München mit Kollegen aus Israel an Hand von Insekten aus Israel illustriert.

Prof. Yosef Schlein ist hauptberuflich als Spezialist für medizinische Entomologie (Insektenkunde) an der Hebrew University in Jerusalem tätig und Mitglied des World Health Organization Expert Committees für verschiedene, von Insekten übertragene Infektionskrankheiten. Nebenberuflich widmet er sich der Bildhauerei, und auch hier hat er es zu großer Meisterschaft gebracht. Seine Statuen aus Holz, Bronze und Glas stellen Tiere, Menschen, Engel dar. Die minimalistische Darstellung verzichtet zugunsten des Ausdrucks ganz auf Details. So haben die Werke eine starke emotionale Wirkung auf den Betrachter. Auf eigene Weise scheint es gelungen, Bewegungen nicht in ihrer Darstellung anzuhalten, sondern angehaltene Bewegungen darzustellen.

Prof. Yaacov Dorchin ist hauptberuflich Bildhauer. Geboren und aufgewachsen in der israelischen Küstenstadt Haifa, hat er seit 1991 an der dortigen Universität einen Lehrauftrag an der Fakultät für Kunst. Seine vielfach ausgezeichneten Werke waren schon in unzähligen Ausstellungen zu bewundern, und die ergreifenden, manchmal monumentalen eisernen Objekte zieren öffentliche Plätze in zahlreicher Städten Israels. Dorchins Werke sind weitestgehend abstrakt. Sie lassen Raum für freie Assoziationen, eher gefühlt als erkannt (Bild). Auch in seiner Nebenbeschäftigung als Insektenforscher hat sich Dorchin gepanzerten, eher metallig wirkenden Objekten zugewendet: Unter den Käfersammlern ist er im gesamten Bereich des Nahen Ostens der bedeutendste, wobei Prachtkäfer, Laufkäfer und Bockkäfer im Vordergrund stehen.

Besonders interessant ist ein neu entdeckter Schmetterling (Bild unten), der nach einem der beiden Künstler benannt wird (Olepa schleini). Die Raupe dieses Schmetterlings ist der bisher unverstandene "Wurm" des Jona, von dem im Alten Testament die Rede ist. Die Futterpflanze der nachtaktiven Raupe ist die hochgiftige Ricinus-Pflanze.

Olepa schleini

Der Schmetterling Olepa schleini.

Die Ausstellung wird von den Freunden der Zoologischen Staatssammlung gefördert. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Prof. Schönitzer unter 089-8107145.