Mäuse und Spitzmäuse in Bayern Buch Mäuse und Spitzmäuse in Bayern

Zwergmaus Micromys minutus

Kennzeichen

Kennzeichen

Kleinste Nagetierart Europas. Oberseits graubraun oder ockerfarben, Unterseite weiß. Schwanz lang und greiffähig.

Körpermaße

50-70 mm,Schwanz 50-70 mm, Hinterfuß 13-14.5 mm, Gewicht 7-12 g.

Lebensraum

Lebensraum

Charaktertier feuchter Hochstaudenfluren. Primärbiotop ist die Verlandungszone von Gewässern mit dichten Schilfrohr-, Seggen- oder Riedgrasbeständen. Daneben auf Brachflächen mit mindestens kniehohem Bewuchs und in vergrasten Waldlichtungen, selten in Getreidefeldern. Auch in Monokulturen von Chinaschilf ( Miscanthus) , die als Energielieferant und Brennstoff angelegt wurden (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Würzburg/Veitshöchheim, Internet-Mitteilung).
Im Winter gelegentlich in Scheunen und Feldmieten.

Nester

Faustgroße kugelförmige Hochnester in Höhen bis über 2 m an senkrechten Halmen von Schilfrohr, Rohrglanzgras, Mähdesüß, seltener an Ackerkratzdisteln, Weidenröschen, Schlehen u.a.

Verbreitung

Verbreitung in Europa

Verbreitung in Europa

Das Verbreitungsgebiet der Zwergmaus reicht von Nordspanien, Frankreich und England aus über Mittel- und Osteuropa bis China, Korea und Japan und nach Süden bis Assam und Burma. In Europa fehlt die Zwergspitzmaus in Skandinavien, N-England, Irland sowie in weiten Teilen Südeuropas, wobei der genaue Verlauf der südlichen Verbreitungsgrenze nicht überall bekannt ist. In Italien besiedelt sie die Po-Ebene und Venetien. Der gesamte Alpenraum ist weitgehend unbesiedelt, lediglich in einigen inneralpinen Flusstälern Österreichs gibt es isolierte Vorkommen (SPITZENBERGER 2001).


Verbreitung in Bayern

Verbreitung in Bayern

Verbreitungsgebiet nicht zusammenhängend. Populationen zerstreut mit großen Verbreitungslücken. Die bayerischen Funde liegen in Höhen zwischen 130 und 700 m üNN.

 


Bestandssituation

Bestandssituation

Kleinräumig und lokal in optimalen Lebensräumen zeitweise gehäuft mit periodischen Massenvermehrungen, landesweit betrachtet jedoch sehr selten. Anteil in Schleiereulengewöllen 0,37 %. Gefährdet durch Zerstörung von Verlandungszonen, Entwässerung von Feuchtgebieten, Einwachsung von Gehölzen in Schilfgürtel, Bebauung von Ruderalflächen (vgl. SPITZENBERGER 1988). Auch flußtechnische Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz haben in Österreich zu Verlusten beigetragen (HOI-LEITNER 1989).

Rote Liste-Status Bayern

Rote Liste-Status Bayern

Schwäbisch-Fränkisches Schichtstufenland: Art der Vorwarnliste (V)
Ostbayerisches Grundgebirge: Art der Vorwarnliste (V)
Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten: Art der Vorwarnliste (V)
Voralpines Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und Alpen: Daten defizitär (D)
siehe Rote Liste gefährdeter Säugetiere (Mammalia) Bayerns

Literatur

Literatur

HOI-LEITNER, M.K. (1989): Zur Veränderung der Kleinsäugerfauna des Neusiedlersee-gebietes im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte. - Bonner Zoologische Monographien 29 (1989): 104 S.

SPITZENBERGER, F. (1988): Zwergmaus ( Micromys minutus ). - In: Spitzenberger, F. (Hrsg.): Artenschutz in Österreich. Besonders gefährdete Säugetiere und Vögel