Mäuse und Spitzmäuse in Bayern Buch Mäuse und Spitzmäuse in Bayern

Sumpfspitzmaus Neomys anomalus

Kennzeichen

Kennzeichen

Sehr ähnlich der Wasserspitzmaus: Oberseite schwarz, Unterseite weiß. Kein Borstenkiel an Schwanzunterseite. Die Hinterfüße sind deutlich kürzer als bei der Wasserspitzmaus und die Schwimmborsten kurz und wenig auffällig.

Körpermaße

Kopf+Rumpf 60 – 83 mm; Schwanz 42 – 57 mm; Hinterfuß 14 – 17 mm; Gewicht 8 – 14 g.

Lebensraum

Lebensraum

Hygrophil, jedoch im Gegensatz zur Wasserspitzmaus nicht notwendig an offene Wasserflächen gebunden. Vorzugsbiotope sind Feuchtgebiete aller Art mit dichtem Bewuchs. In niederschlagsreichen Regionen (Alpen und Mittelgebirge) ist die Sumpfspitzmaus jedoch weniger stenök und kann auch auf relativ trockenen Flächen siedeln, zum Beispiel auf karstigen Hängen, auf Borstgrasrasen und Viehweiden. Überwintert häufig in Kellern und Schuppen.

Verbreitung

Verbreitung in Europa

Verbreitung in Europa

Die Sumpfspitzmaus ist in ihrem Vorkommen auf Europa und Kleinasien beschränkt. Ihr Areal ist jedoch in weiten Teilen nicht durchgängig und geschlossen, sondern stark zersplittert, stellenweise besteht es nur aus mehr oder weniger großen Verbreitungsinseln. Diese Aufsplitterung ist die Folge einer Arealregression innerhalb der letzten 1000 Jahre. In Deutschland reichte das ehemalige Verbreitungsgebiet noch im frühen Mittelalter (9.-11. Jahrhundert n. Chr.) bis Schleswig-Holstein, während heute die nördlichsten Vorkommen im Harz liegen (HEINRICH 1989).


Verbreitung in Bayern

Verbreitung in Bayern

Areal nicht auf ganz Bayern ausgedehnt, große Verbreitungslücken in den westlichen Landesteilen (Unterfranken und mittlere Donau). Diese Regionen liegen bereits im Bereich der westlichen Verbreitungsgrenze der Art, wo das Areal offensichtlich stark zersplittert ist. Im Alpenvorland, in den Mittelgebirgen sowie in den Alpen regelmäßiger und durchgehender verbreitet. In den Alpen nach Literaturangaben bis 1800 m, höchster Nachweis (Sammlungsbeleg) bei 1670 m.

Bestandssituation

Bestandssituation

Je nach Region sehr unterschiedlich, teilweise sehr selten oder ganz fehlend, regional jedoch relativ häufig, zum Teil deutlich häufiger als die Wasserspitzmaus (zum Beispiel in Oberfranken).

Rote Liste-Status Bayern

Rote Liste-Status Bayern

Art der Vorwarnliste (V)
siehe Rote Liste gefährdeter Säugetiere (Mammalia) Bayerns