Mäuse und Spitzmäuse in Bayern Buch Mäuse und Spitzmäuse in Bayern

Kurzohrmaus Microtus subterraneus

Kennzeichen

Kennzeichen

Von allen anderen einheimischen Wühlmausarten an den auffallend kleinen Augen zu erkennen. Ohrmuscheln sehr klein und fast vollständig im Fell verborgen. Hinterfußsohlen mit 5 Tuberkeln (alle anderen einheimischen Wühlmausarten außer der Bayerischen Kurzohrmaus haben 6 Hinterfuß-Tuberkel).

Körpermaße

Kopf+Rumpf 65-95 mm, Schwanz 25-35 mm, Hinterfuß 13-15 mm, Gewicht 15-21 g.

Lebensraum

Lebensraum

In den Alpen in Höhenlagen zwischen 1000 und 1500 m auf Almwiesen, in Latschen- und Alpenrosenbeständen, auf Waldlichtungen und auf Stein- und Geröllfeldern. Meidet südexponierte Hänge mit starker Sonneneinstrahlung. In der Ebene kann die Kurzohrmaus dauerhaft nur dort siedeln, wo ein kleinräumiges Mosaik zwischen offenen Flächen und schattenspendenden Bäumen besteht. Vorzugshabitate sind Waldlichtungen oder bodenfeuchte Wiesen, die locker mit Bäumen oder Baumgruppen bestanden sind. Häufig an Bachufern mit Gebüsch- oder Baumbewuchs.

Verbreitung

Verbreitung in Europa

Verbreitung in Europa

Das Verbreitungsgebiet der Kurzohrmaus reicht von der französischen Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer und an den Don. Das Areal ist jedoch weniger zusammenhängend als in der Karte dargestellt und weist mehr oder weniger große Verbreitungslücken auf. So fehlt die Kurzohrmaus in weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Frankreichs und der Schweiz. Isolierte Vorkommen gibt es an der Ostseeküste Polens und Estlands sowie um St. Petersburg (Russland).


Verbreitung in Bayern

Verbreitung in Bayern

In Bayern ist die Kurzohrmaus auf gebirgige und hügelige Regionen beschränkt, wobei die Bayerischen Alpen, der Bayerische Wald sowie die nordbayerischen Mittelgebirge (Rhön, Haßberge, Steigerwald, Frankenhöhe, Frankenwald und Fränkische Alb) Verbreitungsinseln bilden. Aktuell auch im Oberpfälzer Wald nachgewiesen (KRAFT et al. 2010) In den flachen Landesteilen Bayerns, insbesondere im gesamten Alpenvorland, fehlt die Kurzohrmaus großräumig.

 

 

 

 

Bestandssituation

Bestandssituation

Bestände vor allem in der Ebene und in den Mittelgebirgen regional rückläufig. Ursache: Zerstreute Vorkommen in kleinen, isolierten Familienverbänden einerseits und enge Habitatbindung an lichte Waldstrukturen andererseits. Einzelne Populationen können Landschaftsveränderungen (vor allem Verdichtung des Baumbestandes) zum Opfer fallen. Hinzu kommt lokale Verdrängung durch die konkurrenzstärkere Feldmaus ( Microtus arvalis ).

Rote Liste-Status Bayern

Rote Liste-Status Bayern

Schwäbisch-Fränkisches Schichtstufenland: Art der Vorwarnliste
Ostbayerisches Grundgebirge: Daten defizitär
Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten: – (nicht vorkommend)
Voralpines Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und Alpen: Daten defizitär (D)
siehe Rote Liste gefährdeter Säugetiere (Mammalia) Bayerns

Literatur

Literatur

KRAFT, R., KLEMMER, W. & F. MALEC (2010): Kleinsäugernachweise aus dem Südlichen Oberpfälzer Wald und angrenzenden Gebieten (Ostbayern). - Säugetierkundliche Informationen 7,H. 41: 357-368.

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