Mäuse und Spitzmäuse in Bayern Buch Mäuse und Spitzmäuse in Bayern

Alpenspitzmaus Sorex alpinus

Kennzeichen

Kennzeichen

Ober- und Unterseite einheitlich schwarz. Schwanz länger als bei allen anderen einheimischen Spitzmausarten, etwa körperlang.
Körpermaße

Körpermaße

Kopf+Rumpf 60 - 85 mm; Schwanz 60 – 72 mm; Hinterfuß 14 – 15.5 mm;
Gewicht 6 – 11 g.

Lebensraum

Lebensraum

Enge Bindung an felsiges Habitat und Gewässernähe: Typische Lebensräume sind: Kleine Gebirgsbäche mit steinigen Ufern im Wald, Quellaustritte und feuchte, moosbewachsene Blockhalden. Hält sich meist direkt am Wasserrand auf, Schlupfwinkel zwischen Ufersteinen oder in Gesteinsspalten. Gelegentlich in Erlenbrüchen und Hochstaudenfluren.

Verbreitung

Verbreitung in Europa

Verbreitung in Europa

Die Alpenspitzmaus ist in ihrem Vorkommen auf Europa beschränkt. Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst den Alpenbogen und erstreckt sich von hier über das Dinarische Gebirge bis auf den Balkan. Ein zweites zusammenhängendes Areal verläuft über den Karpatenbogen von seinem Südrand in Rumänien aus über die Sudeten bis in die Lausitz bzw. das Zittauer Gebirge in Sachsen (ANSORGE & MALYCHA 2003). Daneben gibt es eine Reihe isolierter Mittelgebirgsvorkommen, die von der ehemals weiteren Verbreitung dieses präglazialen Faunenelementes im Pleistozän zeugen. In Deutschland sind dies der Schwarzwald, Teile der Schwäbischen Alb, der Bayerisch-Böhmische Wald, der Oberpfälzer Wald, das Fichtelgebirge und die Rhön. Im Harz gilt die Art seit 1954 als ausgestorben oder verschollen (GAHSCHE 1994).


Verbreitung in Bayern

Verbreitung in Bayern

In den Alpen, im Bayerischen und Oberpfälzer Wald, im Fichtelgebirge und in der Rhön, jeweils in Höhen zwischen 500 und 1800 m, größte Dichte zwischen 600 und 1000 m. Im Vorland des Bayerischen Waldes auch in niedrigerer Höhenlage (360 m über NN) bis Vilshofen an der Donau.

 

Bestandssituation

Bestandssituation

In den bayerischen Alpen regelmäßig verbreitet und vermutlich nicht gefährdet. Die Vorkommen in den Mittelgebirgen sind jedoch regional eng begrenzt und isoliert und müssen als gefährdet betrachtet werden. Risikofaktoren: Fassung von Quellaustritten, Verrohrung von Rinnsalen, Verbauung von Bachufern.

Rote Liste-Status Bayern

Rote Liste-Status Bayern

Schwäbisch-Fränkisches Schichtstufenland (hier nur: Rhön): Stark gefährdet (2)
Ostbayerisches Grundgebirge: Gefährdet (3)
Tertiär-Hügelland und voralpine Schotterplatten: –
Voralpines Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und Alpen: Art der Vorwarnliste (V)
siehe Rote Liste gefährdeter Säugetiere (Mammalia) Bayerns

Literatur

Literatur

ANSORGE, H. & D. MALYCHA (2003): Die Alpenspitzmaus auf der Lausche – eine wertgebende Art für das Lausitzer-Zittauer Gebirge. – Mitteilungen für sächsische Säugetierfreunde (Hrsg.: NABU Landesverband Sachsen e.V.) 1/2003: 32-33.

GAHSCHE, J. (1994): Die Alpenspitzmaus (Sorex alpinus) im Harz. – Säugetierkd. Inf. (Jena) 3, H. 18: 601-609.