English version

Geschichte der Sektion Arthropoda varia

Arachnida

Die Spinnentiere wurden konsiliarisch bis 1958 vom jeweils einzigen Konservator für Wirbellose Tiere (H. Balss, E. Stechow, W. Engelhardt) betreut. Von den Spinnenpräparaten überdauerten nur wenige den 2. Weltkrieg. In der Zeit der Leitung von Dr. Wolfgang Engelhardt (1948 - 1967) und Dr. Egon Popp (1976 - 1994) wurde die Araneen-Sammlung vor allem durch einheimische Arten bereichert.

Der bedeutendste Anteil der Arachnidensammlung an der ZSM, die Milben-Sammlung, wurde in diesem Jahrhundert durch die Aufnahme wichtiger Privatkolletionen aufgebaut. 1942 kam die Sammlung von Herrmann Graf Vitzthum durch Schenkung hinzu. 1954 wurde die Sammlung von Pfarrer Ludwig Kneißl angekauft. Von 1974 bis 1993 wurde die Sammlung von Werner Hirschmann (beinhaltet auch die Sammlung Carl L. A. Willmann) erworben. Dr. E. Popp hinterließ ebenfalls umfangreiches Material.

Crustaceae

Bis zur Jahrhundertwende traten Crustaceen und Skorpione innerhalb der Zoologischen Staatssammlung nicht in Erscheinung.  Danach kamen einzelne Exemplare eher zufällig in die Sammlung, um am Universitätsinstitut als Demonstrationsobjekt zu dienen.

Zwischen 1900 und 1920 sammelte Prof. Dr. Franz Doflein auf seinen Forschungsreisen nach Japan, China, Ceylon, Mexiko, Kalifornien und den Antillen eine größere Kollektion Decapoda und viele andere Meerestiere. Insgesamt umfasste die damalige Sammlung rund 3000 Exemplare: Der Grundstein für die heutige Sektion war gelegt. 

1908 trat Heinrich Balss als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in die Sammlung ein. Er bearbeitete das Material, welches Doflein und andere Forschungsreisende mitgebracht hatten. Durch Schenkungen und Überlassungen wuchs die Sektion stendig an, und schließlich entwickelten sich die Crustaceen zum Schwerpunkt der Sammlung.

1939 unterbrach der zweite Weltkrieg alle Forschungen. Die Crustceensammlung wurde 1943 nach Freilassing ausgelagert und im Bierkeller einer Brauerei untergebracht. Die Präparate blieben zwar zunächst heil, wurden jedoch in den ersten Wochen nach Kriegsende durch Vandalismus fast ganz zerstört.

Bis 1971 wurde der Bereich Crustacea konservatorisch betreut, blieb jedoch ohne wissenschaftliche Bearbeiter. 1972 begann Ludwig Tiefenbacher mit seiner Tätigkeit, durch die die Sektion eine starke Förderung erfuhr.

Die frühen Achtziger Jahre waren für die Sektion nicht leicht, da es an Personal mangelte und lediglich studentische Hilfskräfte zur Verfügung standen. Die Arbeit kam fast ganz zum Erliegen.

Anfang 1989 änderte sich das, und nach über sechs Jahren konnten die Forschungsarbeiten wieder voll aufgenommen werden. 1990 bis 1991 wurden die Crustaceen neu aufgestellt und per EDV erfaßt.